Hoffuung willen, die bald deine Furcht in Entzuͤcken verwandeln wird, brich die Feſ⸗ ſeln des Schlafs, erwache bei dem Ruf der Liebe. Erwache, Editha, erwache! ich ſehe Fahrzeuge, mit Flaggen bedeckt, dem Ufer nahen, der freudige Pibrock laͤßt ſich hoͤren; ſeidne Baͤnder wehen in der Luft; weſſen Lob ſingt jener denn, welchem Tapfern ge⸗ hoͤrt dieſer den Bannern eingewirkte Helm⸗ ſchmuck? Nicht der Saͤnger darf es ſagen: der Liebe gehoͤrt es, das Geheimniß zu er⸗
rathen!“
Einſam, in der Mitte ihrer Frauen, hoͤrte Editha dieſe Geſaͤnge, und wie haͤtte ihre Gleichguͤltigkeit den Saͤnger gedemuͤ⸗ thigt, waͤre er Zeuge derſelben geweſen!— Ihre Wangen glaͤnzten nicht von jenen Ro⸗ ſen, welche die Schmeichelei hervorruft; und die zaͤrtlichſten Aecorde konnten ihr keinen Seufzer entlocken. Umſonſt hatten ihre Dienerinnen ſie zu ſchmuͤcken gewett⸗ eifert. Cathline von Ulm, du warſts, die ihre langen Rabenlocken flocht, die junge Eva, anmuthig ſich neigend, beſchuhte ihren


