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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Hätte ich jetzt einen Beruf, ſo könnte ich Camilla heirathen.“

„Hören Sie,“ ſprach Marcelle lebhaft,„es hängt ganz noch von Ihnen ab, einen Stand zu erlangen; wenn Sie wollen, ziehen wir in eine Stadt, wo Sie die Rechte ſtudiren könnten. Das war die Idee von Madame, wie Sie wiſſen. In drei Jahren werden Sie als Advokat aufgenommen, und hängen dann nur noch von Ihrer Arbeit ab: reden Sie, wollen Sie? wollen Sie?“

„Ich müßte mich von ihr entfernen!“ antwortete Theodor, indem er mit einer Geberde der Entmuthi⸗ gung und des Widerwillens den Kopf in ſeinen Händen hielt.

„Arme geplagte Seele!“ murmelte Mareelle, von edelmüthigem Mitleid ergriffen.„Ach! wenn ich ſie mit meiner Arbeit ernähren könnte, ſo wollte ich, daß ſie morgen heiratheten!“

Das treffliche Mädchen ſagte Theodor nichts davon, daß ſie ſeit dem Verluſt ſeiner Mutter wie durch ein Wunder von Sparſamkeit ihn mit Allem verſorgte, indem ſie für ſich ſelbſt mit trockenem Brod und klarem Waſſer ſich begnügte. Von ſeiner Ab⸗ geſchiedenheit aus regierte Onkel Cäſar ſtillſchweigend ſein Haus; er hielt den Beutel immer feſter geſchloſ⸗ ſen, und oft rief Caſcarel ſeufzend:

„Monſieur iſt ein Geizhals geworden, er, der ſonſt ſo freigebig war! Er händigt mir gerade nur ſo viel Geld ein, als für ſeine Alltagskoſt nöthig iſt, und man könnte ſagen, er lege es darauf an, uns alle auszuhungern. Ohne den kleinen Theil, den ich vorweg von ſeinem Mittageſſen abzuziehen Sorge