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Onkel Cäsar : Novelle / von Mme Charles Reybaud ; aus dem Französischen von Dr. C. Büchele
Entstehung
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älter als ich, und doch iſt es ſchon lang her, daß ich ein altes Mädchen bin! Als er mich ſah, verließ er die Straße und kam gerade auf mich zu, indem er den Hut zog und mir einen guten Tag bot. Es ſind wohl zehn Jahre her, daß wir einander ſo nicht begegneten; aber ich gerieth nicht außer Faſſung. Nachdem ich ſeinen Gruß erwidert hatte, zog ich mich

an das Ende der Bank zurück und nahm mein Kleid

zuſammen, um ihm Platz zu machen, ganz wie ſonſt, wenn wir uns auf dem Spaziergang trafen. Er lächelte mir Dank zu und ſetzte ſich an meine Seite mit den Worten: ‚Immer reizend!:—„Behalten Sie Ihre Complimente für die, welche ſchön und jung ſind, mein lieber Cäſar,“„antwortete ich ihm vertraulich; ich habe nichts Reizendes mehr; ach! es iſt ſchon lange her, daß Sie mich in ſehr galanten Reimen mit einer wilden Blume verglichen!“— „Wild! das waren Sie!...„antwortete er unver⸗ ſchämt. Dann ſetzte er ſogleich hinzu:— ‚Sie haben

ſich von der Welt zurückgezogen, Sie gehen nirgends

mehr hin; das kränkt mich, denn ich hätte das Ver⸗ gnügen gehabt, Sie in acht Tagen bei mir zu ſehen“ —„Auf dem Ball?“ rief ich, ‚ach ja wohl, nein; aber an Nachmittagen treffen Sie mich, wenn Sie wollen, zuweilen bei Madame Hermance; ich habe dieſelbe immer beſucht.“— ‚Meine arme Couſine befindet ſich jetzt in ſehr ſchlechten Geſundheitsumſtän⸗ den, ſagte er mit einem Seufzer; ſie ändert ſich zuſehends. Ich habe große Beſorgniß für ſie.—

„Ach! mein Gott!““ rief ich, Sie glauben, dieſelbe ſei ſchwer krank? Aber ſie hat ihr Leben lang ge⸗ huſtet.“— ‚Sie iſt niemals ſo krank geweſen wie

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