Teil eines Werkes 
5. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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quickung einen Biſſen Weizenbrot in warmen Wein getaucht, aber nur einen Biſſen; und netzt ihr die Schläfe und die Stirn mit Wein.

Darauf ging er zur Acebtiſſin.

Unter den Kloſterſchweſtern befand ſich eine, die Schweſter Eliſabeth, welche das tiefſte Mitleiden mit der Gefangenen empfand. Dieſe hatte, als Borbonius die Aebtiſſin, der ſie zur beſondern Pflege zugewendet war, zum erſten male beſuchte, ihm geheime Mittheilungen über die Unglückliche gemacht und es geſchickt veranlaßt, daß er ihr, als ſie aus dem peinlichen Verhör zurückgebracht wurde, auf dem Kreuzgange, der zu ihrem Kerker führte, begegnen mußte. Durch den Doctor Baſilius hatte Borbonius ſchon früher von Margarethens Gefangenſchaft im Kloſter, ſowie von ihrem Verhältniß zu Rippell und Budowa, und der in Lippach's Hauſe verborgenen Agathe gehört. Sein menſchenfreund⸗ liches Herz erkannte, daß der Armen kein tröſtlicheres Labſal bereitet werden könne, als wenn ſie die Geliebten, von denen ſie über vier Monate getrennt geweſen, wiederſähe. Wie er ſelbſt voll Dank gegen die Gnade des Himmels war, die ihm den Kerker öffnete, und die Hoffnung der Rettung zeigte, ſo kannte er in ſeiner edlen Geſinnung keine größere Pflicht, als die, das Gück, was ihm zu Theil geworden, ſo weit er vermöchte auch Andern zu bereiten. Mit Geſchick und Entſchloſſenheit hatte er den Weg dazu eingeſchlagen. Der Name des Fürſten öffnete ihm jedes Gefängniß. Er hatte daher ſofort für Rippell und Budowa erwirkt, daß ſie, freilich unter Geleit, nach dem Kloſter gebracht würden; durch Baſilius hatte er Lippach und Agathe benachrichtigen laſſen.

Im Vorgemach der Aebtiſſin fand er jetzt die mitleid⸗ volle Schweſter Eliſabeth, die überglücklich war durch Das,