Teil eines Werkes 
5. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Prag noch größere Trübſal eingebrochen war als in ihre Abgeſchiedenheit im Gebirge. Nun erſt empfanden ſie die ganze Schwere des Opfers, Haus und Hof, die geliebten Stätten der Jugend, die Gräber der Vorfahren zu ver⸗ laſſen, ihnen auf immer den Rücken zu wenden!

Und wenn man uns nur ruhig ziehen läßt! begann endlich Czernig, dem auch die Sorge um die Ernährung der Seinigen ſchwer auf das Herz drückte.Wenn ſie uns nur nicht mit Zwang halten als Hörige der Herrſchaft! meinte er ſorglich,.

Auch ich fürchte das! ſagte Holoduk.Habgierig waren ſie immer! Gebt Acht! Jetzt werden ſie uns Hab und Gut nehmen. Mögen ſie! Ich kann mein Haus und Gärtchen doch nicht übers Gebirge nach Sachſen tragen! Und muß ich's laſſen in meinen alten Tagen.... ſo iſt mir's gleich, ob ich mein Haupt auf einen Stein an der Landſtraße lege oder unter eignem Dach ruhe. Je ſchwe⸗ rer die Pilgerſchaft, deſto kürzer!

Ihr mögt ſo denken, Hauptmann Holoduk, antwor⸗ tete Czernig ſorgenvoll das Haupt wiegend.Aber ich? Ein treues Weib ſieben liebe Kinderchen eine alte kranke Mutter die bettet man doch nicht leicht auf der offenen Straße!

Drangſal und Kummer überall, ſagte Lippach theil⸗ nahmvoll,daß man über dem eignen Leid das fremde faſt vergißt! Und doch haben wir um die Verfolgten, die Theuerſten zu zittern! Denkt, meine Brüder, an die Thrä⸗ nen Derer, denen Väter, Brüder, Söhne in der geſtrigen Nacht entriſſen ſind und in Banden geſchlagen! Ach wir wollen ſchon dem Herrn danken, wenn er uns nicht von den Unſrigen reißt, müßten wir auch mit ihnen ins Elend wandern! Breitet ſich doch Gottes Himmel über die