Erſtes Capitel.
„Quäle dich nicht länger unnütz, alter Guntram, komm herunter“, rief ein Dienſtmann des Grafen Schafgotſch aus dem geöffneten kleinen Lugfenſter der Thurmwärter⸗ ſtube in der Burg Kynaſt zum Wärter, der ſich oben auf der Zinne befand, hinauf.„Es wird dunkel und in dem Wetter kommt heut nicht Roß nicht Mann mehr den Kynaſt herauf. Darauf kannſt du die Hoſtie nehmen! Wer wird den Hals brechen wollen auf dem ſteilen Wege! Komm herunter und wärme dich mit uns hier am Feuer!“
„Ich komme gleich“, antwortete eine Stimme von dem Thurme der Burg.
„Mach' das Fenſter wieder zu, Winfried“, rief ein dritter Dienſtmann, der gleichfalls oben in dem Thürmer⸗ ſtübchen ſaß.„Durch das kleine Loch pfeift der Wind hinein wie eine Kugel aus der Büchſe.— Sieh nur die Menge Schnee, die er in dem einen Augenblick in die Stube ge⸗ trieben hat.“
„Da kommt er ſchon!“ ſagte Winfried, als ſich ſchwere Tritte auf der kleinen Treppe vernehmen ließen, die zur Thurmzinne hinaufführte.„ZJetzt macht er die Fallthür zu!“


