Teil eines Werkes 
4. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ich in der Schlacht gefallen, ſtatt ſolche Schauſpiele wieder⸗ zuſehen!.

Wir müſſen es den Frauen verſchweigen, ſagte Wo⸗ lodna.

Wenn wir können! Wiſſen wir aber, ob die nächſte Minute uns nicht Daſſelbe bringt? Die Meute iſt losge⸗ laſſen! Sie martert, mordet, plündert jetzt dort drüben dann trifft die Nächſten die Reihe!

Gnädiger Gott, was iſt das? rief Lippach aus, der näher am Fenſter als die Andern, die Straße weiter hinab überſah,ſie mishandeln auch Frauen!

Aus dem erſtürmten Hauſe wurden von den Soldaten unter Lärmen und Hohn zwei unglückliche Frauenzimmer geſchleppt, denen die Kleider faſt ganz herabgeriſſen waren.*) Sie ſchrien um Erbarmen; doch die von wilder Begierde entzündeten Kriegsleute riſſen ſie an den nackten Armen vorwärts. Das aufgelöſte Haar fiel den Unglücklichen um die entblößten Brüſte und Schultern. Sie rangen zwiſchen Scham und Angſt, doch die wilde Bande der Räuber hatte nur Spott für ihre Verzweiflung. Mit hölliſchem Jubel rottete ſich das Kriegsvolk um ſie her, und trieb und zerrte ſie, eine gräßliche Augenweide, durch die Gaſſe nach dem großen Ring zu, einem noch ſchrecklichern Geſchick entgegen. Das wiehernde Toben des Gelächters und der Verhöhnung erfüllte die Lüfte, und dennoch durchdrang das Angſtgeſchrei der Unglücklichen es ſo, daß der Ton Ohr und Herz zerriß.

Wolodna und Xaver ſtanden bleich, mehr vor Ingrimm als vor Schrecken, und ihre Glieder zitterten.

Da donnerten Schläge an die Hausthür und ſie wurde

*) Hiſtoriſch.