Siebzehntes Capitel.
Am Reichsthore war die Straße faſt geſperrt durch Ge⸗ waffnete aller Gattung, die ſich dort in dichten Maſſen zuſammendrängten. Die ganze Abtei Strahow war erfüllt mit Kriegern. Auf dem Kloſterhofe brannten Wachtfeuer, um die ſich die Kreiſe der Gewaffneten in voller Rüſtung, tief in die Mäntel gewickelt, hingeſtreckt hatten. Pferde, meiſt geſattelt und voll aufgezäumt, bedeckten in langen Reihen die Hofräume. Commandorufe, Waffengeräuſch, Gezänk, Fluchen, Stampfen der Roſſe miſchte ſich in dumpf wirren Klängen durcheinander; dazwiſchen tönte das Aechzen und Wehklagen der Verwundeten, die, da die Räume in den Gebäuden und in der Kirche ſelbſt ſchon überfüllt wa⸗ ren, auf dürftigem Stroh längs der Mauern im tiefen Schattendunkel lagerten, meiſt hülflos ſich ſelbſt überlaſſen. Der Mond warf ſein bleiches trübes Licht durch ſturm⸗ zerriſſenes Gewölk auf dieſe kriegeriſchen Nachtbilder.
Vor der Abtei, hart am Thor, ſuchten einige Hauptleute die einzelnen Verſprengten zu ihren Fahnen zu ſammeln. Hier war das Getöſe am verworrenſten, das Gedränge am heftigſten.
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