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Einer, der eine Fackel trug, ſprang auf einen Eckſtein, ſchwang die Flamme durch die Lüfte und brüllte:„Hört mich an! Hört meinen Rath! Wir wollen den Pfälzer ausliefern, gegen Pardon für uns!“
„Ja, ausliefern! Ausliefern!“ ſchrieen die Stimmen im Tumult durcheinander.
„Zieht auf den Hradſchin, ſtürmt den Palaſt!“ brüllte der Fackelträger.
„Ja, wenn die Brücke nur nicht geſperrt wäre; aber ſie haben Geſchütz aufgefahren am Brückenthor!“ wandte ein Beſonnener ein.„Wir wollen ihn aber nicht von dannen ziehen laſſen, wenn er durch die Altſtadt will; und drüben kann er nicht hinaus, da ſteht der Feind.“
„Er wird ſich zu Schiff retten! Wir müſſen die Mol⸗ dau bewachen!“
„An die Moldau! Hinunter an die Moldau!“ ſchrien die Erbitterten, und der düſtere Zug wälzte ſich die Gaſſe abwärts, um das Stromufer zu bewachen.
„Welch ein raſendes Volk!“ ließ ſich eine Stimme halb⸗ laut hören, da der Schwarm hinweg war.„Kommt, Diewiß! Laßt uns nach Haus, nach Weib und Kind ſehen!“
„Etwas Wahres iſt doch daran, Frühwein! Der König hat ſich ſchwer an uns vergangen! Ich fürchte, die Wuth bricht allgemein gegen ihn aus.“
„Dann ſind wir vollends verloren!“ antwortete Mar⸗ tin Frühwein.„Denn mit den Fürſten gehen die Fürſten noch ſchonend um; ihresgleichen wollen ſie nicht ganz ver⸗ derben, des Beiſpiels halber. Sind wir aber ohne König, dann werden ſie ohne Erbarmen mit uns verfahren.— Der König muß für uns unterhandeln. Wir wollen ihn alſo ſtützen und halten nach Vermögen!“


