Teil eines Werkes 
4. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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ſelbſt geltend zu machen, nach dem Schloß auf den Hrad⸗ ſchin gezogen ſein; allein die Moldaubrücke war durch ſtarke Mannſchaft abgeſperrt, die nur Einzelne, welche auf der Kleinſeite wohnten oder ſich ſonſt für ihr Geſchäft dort aus⸗ weiſen konnten, hinüberließ. Und drüben die zum Schloſſe hinaufführenden Straßen, ſowie dieſes ſelbſt, hielten zwei Cornet Thurn'ſcher Reiter und drei Fähnlein Fußvolk vom Regiment Hohenlohe beſetzt.

Dies erhöhte die angſtvolle Sorge in der Altſtadt. Denn nur dunkle Gerüchte kamen von der andern Seite herüber, meiſt ſolche, die den Schrecken ſteigerten. Bald hieß es, der König ſei geflüchtet, bald, der Feind habe ſchon die Burg beſetzt und werde von dort Feuerkugeln in die Alt⸗ ſtadt ſchleudern, Alles durch Brand und Plünderung ver⸗ heeren. Dieſe Schreckensbotſchaften benutzten die Feind⸗ ſeligen und Unruheſtifter, um die Erbitterung der Bürger zu erhöhen.

Nahe der Brücke hatte ſich ein Auflauf gebildet.

Uns gibt man preis! rief ein Menſch von wildem Ausſehen mitten aus dem Volkshaufen.Der König wird ſich retten und treulos flüchten! An uns werden die Kai⸗ ſerlichen ihre Rache auslaſſen!

Wir laſſen den König nicht fort, erhob ſich eine andere Stimme aus der Maſſe;er muß mit uns aushalten!

Er hat uns ja längſt verrathen! erſchallte eine dritte. Auf dem Schloß hat er Banket gehalten, während unſere Söhne für ihn bluteten.

Mit ihren Engländern hat die verbuhlte Königin unſer Hab und Gut verpraßt, und die Kriegsleute ſind nicht bezahlt worden, rief der Erſte.Darum haben ſie auch nicht fechten wollen. Und nun ſollen wir's mit Gut und Blut büßen!