Teil eines Werkes 
4. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Zweites Capitel.

In Jakob Steffecks Weingewölbe ſaßen Martin Früh⸗ wein, Nikolaus Diewiß, Tobias Steffeck, Valentin Kochan und andre angeſehene Bürger, wie häufig, an einem Tiſch beiſammen und tranken ihren Becher.

Das Geſpräch war lebhaft, aber nicht heiter. Alle hatten beſorgte Mienen; Wolken lagerten auf der Stirn.

Nun wird's bald jährig werden, daß der König ein⸗ zog, ſagte Nikolaus Diewiß,wir ſchreiben heut den ſechs⸗ ten, alſo noch drei Wochen.

Etwas darüber, verſetzte Tobias Steffeck,es war am 31. October neuen Stils. Wir ſahen damals fröhlicher aus als heut!

Wahrlich, Herr Diewiß, wir zumal in unſerer Ziska⸗ Rüſtung, fiel Jakob Steffeck ein, der als Wirth aufwartend hinter dem Tiſch der Gäſte ſtand.Ich glaube Ihr hieltet heut keine ſo freudige Begrüßungsanrede wie damals, ſetzte er hinzu.

Ja, hätte Mancher gewußt, wie Alles kommen würde, entgegnete Diewiß.. O ſchämt euch, fiel Martin Frühwein ein,laßt ihr die Flügel hängen, weil nicht Alles ſo glatt weg geht? ihr habt anfangs den Kopf zu hoch gehoben, ſo müßt ihr euch jetzt etwas bücken! In der Welt geht's nicht anders,

es wechſelt Regen und Sonnenſchein.

Guten Abend, Herr Doctor, rief Jakob Steffeck einem Eintretenden zu, und unterbrach damit das Ge⸗ ſpräch. Es war der gelehrte Doctor Daniel Baſilius,