er eben trug. Es waren Schilde, Helme und Angriffs⸗ waffen mancherlei Art. Alle Gäſte, auch die Frauen und Mädchen umſtanden die Merkwürdigkeiten.—
„Was iſt denn das für ein Inſtrument?“ fragte einer der Beſchauenden erſtaunt und nahm eine lange Waffe mit einem Spießſchaft, welche oben aber ſtatt in einer Spitze, mit einer Art von Ring endete, in die Hand. Das Ding ſieht ja aus wie ein Halseiſen!“
„Gebt einmal her!“ ſagte Holoduk.
Und bevor ſich's der prager Bürger verſah, rückte Ho⸗ loduk mit dem eingelegten Spieß auf ihn an, drückte ihm denſelben feſt an die Halskrauſe, daß er einen Schritt zu⸗ rücktaumelte, und— der Hals des Angegriffenen ſteckte in dem Ring und Holoduk hatte ihn in ſeiner Gewalt.
Der ganze Kreis brach in ein lautes Gelächter aus, wie der Gefangene halb beſtürzt, halb erzürnt hin⸗ und her⸗ taumelte. Dann fuhr er mit den Händen nach dem eiſernen Halsbande, das ihn wider Willen ſchmückte, und rief.„Was ſoll denn das? Das iſt ein ſchlechter Spaß!“
„Es war ein noch viel ſchlechterer Ernſt“, antwortete Holoduk;„wem das Eiſen um den Hals ſaß, dem ſaß bald der Hals nicht mehr auf dem Rumpf! Mit dieſem Eiſenring zog ein Knabe den ſtärkſten Reiter vom Pferde, denn die einſpringenden Spitzzacken hinten drückten ihn beim Anzug ins Genick, daß er herunter mußte, und die Stacheln von innerhalb faßten ihn von allen Seiten! Ver⸗ ſucht doch, ob Ihr einen Schritt rückwärts könnt, oder Euch gegenſtemmen, wenn ich feſthalte! Ihr müßt folgen und führte ich Euch in die Hölle!“ Dabei zog er an dem Fangſpieß und der gefangene Bürger mußte ihm nachgehen; er führte den vergeblich ſich Sträubenden zum Gelächter aller Anweſenden mit leichter Hand durch das ganze Gemach.


