Teil eines Werkes 
3. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Ihr wißt nun Alles, Kinder, hub er nach einigen Augenblicken, während denen man nur die Freudenlaute aus der Ferne hörte, mit einem gewonnenen Entſchluſſe an. Am Geſchehenen iſt nichts zu ändern. Die böhmiſchen Abgeſandten ſind ſchon mit der Botſchaft nach Prag geeilt; der Herr wird ihnen alsbald nachfolgen. Morgen in der Frühe trifft Se. Gnaden hier ein, um die nothwendigſten Regierungsgeſchäfte zu ordnen. Uebermorgen ſchon brechen wir auf, nach Amberg und von dort nach Waldſaſſen an der böhmiſchen Grenze, wo die Edlen des Landes den neuen Herrſcher begrüßen werden. Beten wir, daß die neue Krone ihm und ſeinem neuen Lande Segen bringe! Meine, unſerer aller Pflicht iſt es jetzt, ihm auf der neuen Bahn in alter Treue zu dienen, mit ihm zu wagen und zu tragen was der Herr ſchickt. Morgen mögt ihr dann be⸗ ſchicen, was zur Auswanderung nothwendig iſt. Heut wollen wir uns noch der alten Heimat freuen. Iſt ja doch Freude ringsum, ſo ſei ſie auch in unſerm Hauſe!

Mit dieſen Worten der Ermuthigung reichte der Red⸗ liche den Seinigen die biedre Hand, und ſie ſtanden auf, um zurückzugehen in das Haus.

Eine Abendwolke, die bis jetzt vor der ſchon faſt auf den Horizont hinabgeſunkenen Sonne geſtanden hatte, theilte ſich leiſe zerfließend; das röthliche Licht brach wie ein gol⸗ dener Rauch hindurch. In wenig Aungenblicken war das ganze Thal von der duftigen Glut überhaucht; Rebenhügel und Wald, Häuſer und Thürme ſchimmerten im Purpur⸗ glanz, der durch die Thalöffnung vom Rhein her auf lichten Aetherwellen einſtrömte. Der Fluß ſpiegelte den Abendglanz zurück, ſeine rauſchenden Wellen krönten ſich mit roſigem Schimmer, und wanden ſich dann als blitzendes Goldband weithin durch die Fluren. Der ganze Abendhimmel löſte