„Und bleiben es!“ antwortete Thurn, indem er den Druck erwiderte.
Harrant war der Letzte, der das Zelt verließ. Thurn hielt ihn zurück.„Wir Beide müſſen noch mit⸗ einander Abrede nehmen, Harrant.“— Als alle Uebri⸗ gen entfernt waren, zog er ihn auf einen Feldſtuhl und ſagte ihm:„Ich will Euch meinen Plan mittheilen; ſtimmt Ihr nicht mit mir überein, ſo fordere ich Euch auf,
mir ohne Rückhalt Eure Meinung zu ſagen.— Wir müſſen,
um den Feind zu täuſchen, von jetzt an das Feuer allmälig ſchwächer werden laſſen, es zu Abend ganz einſtellen. Dann ſollen unſere Leute ſich etliche Stunden erholen. Gegen Mitternacht, wenn ſie in Wien müde zu werden anfangen und aufhören einen Angriff zu befürchten, wollen wir mit Brandkugeln und allen zündenden Geſchoſſen an verſchiedenen Theilen die Stadt in Flammen ſetzen, und wenn ſie in der Beſtürzung, ihre Häuſer über dem Haupt abbrennen zu ſehen, ſich dahin wenden, wo es brennt, und in der Vertheidigung der Wälle nachlaſſen, müſſen wir einen falſchen Angriff machen, gegen das Rothe Thurm⸗ thor hin und es mit aller Macht beſchießen, auch Schein⸗ anſtalten zum Berennen machen. Haben wir ſie dort etliche Stunden beſchäftigt, ſo laſſen wir nach; ſie müſſen denken, man gebe die Berennung auf und werde ſich dann gleichfalls der Ruhe überlaſſen. Dann ziehen wir in möglichſter Stille bis zwei Uhr Morgens alle Kräfte am Burgthor zuſammen. Sturmleitern, Petarden und was ſonſt noth⸗ wendig iſt, um über den Graben, auf die Wälle und in die Thore zu kommen, müſſen dort ſein. Schlag halb drei Uhr beginnen wir zu ſtürmen; und ich hoffe, die Morgen⸗ ſonne ſieht uns in Wien. Stimmt Ihr damit überein, Harrant?“


