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ſollen die Türken etliche Tage danach eine Mine geſprengt haben, wovon die Mauer einſtürzte, ſo breit, daß einund⸗ zwanzig Rotten nebeneinander durchmarſchiren konnten.“
„Alſo doch nicht funfzig“, merkte Reubner boshaft an.
„Das war ein Sturmlaufen! Grauſenvoll! Mein Groß⸗
vater hat mir's oft beſchrieben. Die Türken rannten ein in die Befeſtigungen mit krummen Spießen und zehnfüßigen Säbeln,— mit krummen Säbeln und langen, zehnfüßigen Spießen wollte ich ſagen. Aber die Lanzenknechte ſtanden wie die Mauern.— Halt, gebt Acht, hier fängt die Treppe wieder an“, er leuchtete mit der Laterne auf den Boden, blieb aber voran.„So, nur immer Stufe für Stufe! Drei mal rannten die Türken an und drei mal wurden ſie, .... Jeſus Maria!“.... der redſelige Hubert trat, in⸗ dem er ſich umſchaute, fehl und ſtolperte die Treppe hin⸗ unter. Hätten ihn die engen Wände und die Krümmung derſelben nicht aufgehalten, er wäre vielleicht bis auf den Stephansplatz getaumelt. So zerſchlug er nur die Laterne und ſcalpirte ſich, da ihm die Pelzmütze im Fall gegen die Mauer abgeſtreift wurde, einigermaßen Kopf, Schultern und Hände!
„Da habt Ihr's mit Eurem vertracten Plaudern“, rief Reubner dem Stolpernden noch nach, bevor er das Ende ſeines Falles vernahm,„nun ſtecken wir hier im Finſtern.— He! Steht Ihr ſchon wieder feſt, Hubert?“
„Heiliger Stephan! Daß dich die Peſt und die Türken“, tönte ſein halb kläglicher, halb erzürnter Ruf aus der dunklen Tiefe herauf,„ich habe mir alle Gliedmaßen zerſchun⸗ den! Ich glaube, ich bin den halben Thurm hinunterge⸗ ſtürzt! Heda, Reubner!“
„Vergebt nur, Herr von Tharradel“, wandte ſich Reubner zu dieſem, ohne auf Hubert zu achten,„aber mein


