Teil eines Werkes 
2. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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blieb weiter übrig, als die eine Hälfte meiner Leute mußte ſich aufopfern, damit ich mit der andern mich durchſchlagen könnte, um ſpäter wenigſtens zu retten, was für den Au⸗ genblick verloren war. Oberſtwachtmeiſter Carpezo, mein alter Freund und Waffenbruder, hat den Horatius Cocles geſpielt, ich den Winkelried. Er ſchob den Kaiſerlichen den Riegel vor, ich brach durch Schloß und Thor mit meinen Reitern, und ſo bin ich hier!

Die tiefſte Stille der Beſtürzung herrſchte in der Ver⸗ ſammlung. Auf Aller Zügen lag der Ausdruck finſtrer Sorge. Nur der muthvolle Olbramowitz rollte wild die Augen und zuckte mit den Brauen. Heftig ſchlug er mit der Hand auf den Tiſch und rief:Ich hab es euch immer geſagt! Es konnte nicht anders kommen! Ver⸗ fluchte Zauderei und Zungendreſcherei! Wäre ich nur nicht in der Pfalz geweſen! Graf Mansfeld hat Recht! Er hätte Recht, wenn er uns den Rücken wendete und ſagte: Helft euch ſelbſt! Tapfre Männer ſind zu gut für uns!

Mäßigt Euch, Olbramowitz! bat Caplicz mit ernſter, aber ſanfter Stimme;iſt Unrecht, iſt Unglück geſchehen, ſo wollen wir lieber ſtatt darüber zu hadern, alle Kräfte daran ſetzen, es gut zu machen!

Ja, das wollen wir! riefen Alle durcheinander.

Wenn es noch möglich iſt, ſagte Mansfeld laut, und ſtreckte gebietend den Arm aus, um aufs neue Ruhe und Gehör zu erlangen.

Es wurde wieder ſtill.

Ich habe Nachricht, begann Mansfeld aufs neue, daß Boucquoi und Dampierre ſich in Folge unſers ver⸗ lorenen Gefechts vereinigt haben. Sie ſind jetzt wenigſtens dreißigtauſend Mann ſtark und werden auf Prag vor⸗ rücken! Wir haben ihnen nichts entgegenzuſtellen. Die