zu ſehen, wie dieſe Mittheilung auf ihn wirke, und zu er⸗ warten, ob und was er antworten werde. Doch dieſer ſchwieg und wartete in ernſter Spannung auf die Fort⸗ ſetzung der Rede.
Jener begann alſo wieder:„Ja, König Ferdinand hat ſeine Zuſagen, hat die Bedingungen, die ihm bei der Wahl geſtellt worden ſind, nicht gehalten. Er hat wider das feierliche Verſprechen, das jeder durch die Wahl zum Nach⸗ folger auf den böhmiſchen Thron beſtimmte König ablegt, ſich jeglicher Einmiſchung in die Regierung zu enthalten, bis er ſelbſt den Thron beſteigt, ſich noch bei Lebzeiten des Kaiſers Mathias in die Regierung eingemiſcht, ja gewalt⸗ thätig eingedrängt. Außer vielen andern Handlungen be⸗ zeugt dies offenkundig die gegen des Kaiſers Willen vor⸗ genommene Verhaftung ſeines erſten Miniſters, des Cardinals Cleſel, der uns wohlwollte, wenigſtens günſtiger geſinnt war als Pater Lamormain! Ferdinand hat die uralten Rechte Böhmens, ſeinen König zu wählen, misachtend, einen geheimen Erbvertrag geſchloſſen*), deſſen Inhalt uns aber wohl bekannt iſt, einen Vertrag, der das freie Königreich Böhmen der Krone Spaniens unterwirft!“
„Hm! hm!“ murmelte der Rath mit tiefem Tone, „ſollte er das gethan haben!“
„So hat er alſo ſelbſt“, rief der Kanzler aus,„das Recht auf die Krone verwirkt! Aber wenn auch das Alles nicht wäre, wenn wir uns darüber verſtändigten,
ſein unduldſamer Religionshaß bleibt die unüberwindlichſte
Unmöglichkeit, daß er jemals den Thron Böhmens beſteige!“ „Wie? So weit ſeid ihr in euren Beſchlüſſen gegan⸗ gen?“ rief der Rath ſtaunend und erſchreckend.
*) Hiſtoriſch.
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