Teil eines Werkes 
1. Band, 2. Abtheilung (1858)
Entstehung
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Kaiſerin meinen ehrfurchtsvollen Morgengruß und den Wunſch für ihre Geneſung zu überbringen?“ bat Ferdinand, ſich tief verbeugend.

Der Kaiſer nickte. Der König zog ſich zurück.

Einundvierzigſtes Capitel.

Mühſam erhob ſich Mathias mit Balthaſar's und der beiden Diener Hülfe aus ſeinem Lehnſtuhl. Auf die A der Letztern geſtützt, ließ er ſich zum Zimmer hinausge zur Kaiſerin hinüber. Der Weg koſtete ihm große ſtrengung und verurſachte ihm, obwol das Podagra im Abnehmen war, heftige Schmerzen. Doch die innige Liebe zu ſeiner Gemahlin, der Einzigen, die in dieſen drang⸗ und ſorgenvollen Zeiten, bei dem tiefen Kummer, der des Kai⸗ ſers letzte Regierungszeit bedrückte, ſeine Vertraute war, ließ ihn Schmerz und Mühe leicht überwinden. Balthaſar folgte ihm mit den Pelzdecken, die er ſtets um die Füße zu ſchlagen pflegte. Der König Ferdinand, der ſich anfangs bemüht hatte, ſeinem Oheim einige Hülfe zu leiſten, von dieſem aber mit ſanfter Handbewegung zurückgewieſen wor⸗ den war, ging neben ihm durchs Vorzimmer; draußen ent⸗ fernte er ſich raſchen Schrittes nach der andern Seite.——

„Was machſt du mir, Annerl, daß du auch krank wirſt“, rief Mathias, indem ihm die Thür des Krankenzimmers geöffnet wurde, wo die Kaiſerin halb aufrecht im Bett ſaß. Sie reichte ihm mit einem wehmüthigen Blick, ohne zu ſprechen, die Hand entgegen.