Teil eines Werkes 
1. Band, 1. Abtheilung (1858)
Entstehung
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XXVII

Arbeiten die Erfahrung gemacht hat, wird mir beipflich⸗ ten, daß man, um nur ein hinreichend ſcharfes Ohr und Auge für das Fehlende zu haben, eine Zeit verſtreichen laſſen muß, bis das Erzeugniß uns wieder fremder wird. Jetzt, im Augenblick, wo ich noch die Abſpannung vom erſten Schaffen empfinde, wo die ſtete Durcharbeitung des Manuſcripts, der Abſchriften, die täglichen Correc⸗ turen ſich dazu geſellen, iſt die Stimmung nicht zu ge⸗ winnen, ja nicht einmal die nöthige äußere Aufmerkſam⸗ keit, um mit ſcharfem Blick und aus erfriſchtem Gefühl für die Sache, die Beſſerungen vornehmen zu können. Sie müſſen denn aufbehalten bleiben, bis ſpätere Zeit viel⸗ leicht die Muße dazu gewährt. Ich kann mir freilich nicht vorenthalten, daß dieſe Hoffnung keine zuverläſſige iſt! Die Jahre ſchreiten allzu ſchnell, das Kommende iſt allzu unſicher! Eine ſchmerzliche Mahnung an dieſe Wahr⸗ heit habe ich, eben in Bezug auf meine Arbeit, gerade im Lauf des Drucks derſelben empfangen. Der Freund, dem ich ſo Vieles bei meinen Vorbereitungsſtudien ſchuldig geworden bin(ſiehe die Vorrede zur erſten Auflage), dem ich mit wahrer Freude als ein kleines Zeichen meiner Dankbarkeit die erſten zwei Halbbände übergeben konnte, Profeſſor Dehn, hat nicht einmal die nächſte Fortſetzung von mir empfangen können! Der Tod rief ihn mit über⸗ raſchender Schnelle ab! Es wäre mir eine große innere Belohnung geweſen, wenn er, der mich ſo oft in eifriger Thätigkeit bei der Arbeit beobachten konnte, wenigſtens geſehen hätte, wohin mich mein Streben mit ſeiner Hülfe geführt. Die überaus wohlwollende Meinung, die warme