XIV
Doch man bedenke, daß die Natur des geſchichtlichen Ro⸗ mans dies mit ſich bringt; denn das dichteriſche Gewebe muß ſich abgrenzen, während das der Geſchichte ſeine Fäden ins Unendliche fortſpinnt. Und vollends mußte hier dieſe freiere Handhabung geſtattet werden, da wir zwar die Ereigniſſe zu einem ſchweren Wende⸗ und Ent⸗ ſcheidungspunkt, doch nicht zum allerletzten führen. So werden wir, wenn uns Kraft und Jahre zur Fortſetzung der Arbeit bleiben, mancher Geſtalt wieder begegnen und ſie auf ihrer bedeutungsvollen Bahn weiter begleiten, die wir hier halben Wegs verlaſſen. Selbſt von den her⸗ vortretendſten Charakteren in dieſem Zeitabſchnitte voll⸗ enden wenige ihren geſchichtlichen Gang, indeß Andere ihn, wie Wallenſtein, kaum begonnen haben. Guſtav Adolf's hehre Geſtalt ſteht noch ganz unter dem blu⸗ tigen Horizont. Mansfeld aber, Tilly, ſogar Thurn, wie wichtig eingreifend in die Ereigniſſe ſie ſchon erſchei⸗ nen, haben noch eine Zukunft, welche in dieſem Ge⸗ mälde nicht einmal angedeutet werden konnte. Ja, für das Große und Ganze der den furchtbaren Kampf erzeu⸗ genden Zuſtände ſelbſt kann angenommen werden, daß ihr völliger Abſchluß noch heute vielleicht in der Ge⸗ ſchichte nicht eingetreten ſei. Sogar für Dasjenige nicht, welches den Kern des Abſchnitts dieſer vorliegenden Ar⸗ beit bildet.
Häufig alſo, wo wir in dieſem Buche von That⸗
ſachen und Perſonen ſcheiden, haben wir uns zu er⸗
innern, daß verknüpfende Fäden in ihnen ſelbſt fortlaufen, die uns in der Fortſetzung der Arbeit wieder mit ihnen
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