XII
ſtigen Mächte, welche die Fackel des Kriegs entzündeten, die Brünſtigkeit des Glaubens, in Treue und Dulden, wie die haſſende Vertilgungsglut ſeines lodernden Eifers, in dieſen Jahren des Beginns noch mit der vollſten Kraft. Sie leihen den Kämpfen einen Schwung der Er⸗ hebung, der ſpäter mehr und mehr ſinkt, in Guſtav Adolf's Erſcheinung noch einmal mit ſtrahlendem Glanze aufleuchtet, nach ſeinem Falle aber faſt erliſcht in dem erſtickenden Dampfe grauenhafter Flammen der Ver⸗ heerung, die alle Gauen des Vaterlandes unſelig durch⸗ raſen.
Iſt dieſe entſetzenvolle Wirklichkeit d der Geſchichte da⸗ durch einerſeits, wie ich bekennen muß, der mächtigſte Träger des Werks, ſo iſt ſie andererſeits auch deſſen mächtigſter Gegner. Denn eine ſolche Naturgewalt, darf ich ſie nennen, künſtleriſch zu überwältigen, for⸗ dert die äußerſte, ausdauerndſte Anſpannung der Kraft heraus.
Nicht allein in dieſer, ſondern auch in anderer Hin⸗ ſicht legt der Stoff jedem Autor, wenn er ein innerlich wahrhaftes Bild der Zeit abſpiegeln will, große Ver⸗ pflichtungen auf. Er muß das Maß klgder, ruhiger Be⸗ trachtung wahren mitten im entzündeten Kampfe der Par⸗ teien. Wie edle Antriebe in der einen, wie mächtige Ueber⸗ zeugungen in beiden obwalten, es miſchen ſich ebenſo bei beiden unreine Beweggründe mit mehr oder min⸗ derm Bewußtſein ein. Sie ſteigern ſich hier bis zum äußerſten Frevel des Leichtſinns, der leidenſchaftlichen Erregung; dort bis zur äußerſten Höhe der Gehäſſigkeit


