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ſchien er etwas zu hinken, was die Folge einer Munde zu ſeyn ſchien, und in dieſen gefährlichen Zeiten eher dine anziehende als zurückſtoßende Wirkung hervor⸗ rachte.
Die Züge des Wanderers waren ebenſo rauh wie früher, aber er hatte ſeine rothe Perücke(denn das war es, wie es ſich jetzt zeigte) bei Seite gelegt und mit Jocolins Hülfe fiel jetzt ſein ſchwarzes Haar in Locken herab, unter deren Schatten ſein ſchönes ſchwar⸗ zes Auge leuchtete, und mit dem lebhaften obgleich nicht ſchönen Kopfe übereinſtimmte. In der Unter⸗ redung hatte er die Härte der Ausſprache bei Seite gelegt, welche er am vergangenen Abend ſo ſtark af⸗ fectirte; und obgleich er fortfuhr ein wenig ſchottiſch zu ſprechen, um ſeinen Charakter als ein junger Edel⸗
mann dieſer Nation aufrecht zu erhalten, ſo geſchah es doch nicht mehr in einem ſolchen Grade, daß ſeine Sprache dadurch unkenntlich oder undeutlich wurde, ſondern es war nur der nöthige Anſtrich der vorzu⸗ ſtellenden Rolle. Keine Perſon auf Erden verſtand beſſer die Geſellſchaft zu beurtheilen, in welcher ſie ſich befand; Verbannung hatte ihn mit dem Schatten und den Abwechſelungen im Lichte des Lebens bekannt ge⸗ macht— ſein Geiſt fügte ſich den Umſtänden— er hatte jene Art der epikureiſchen Philoſophie, die ſelbſt in den größten Schwierigkeiten und Gefahren bei zu⸗ fälliger Unterbrechung ſich der Vergnügungen des Au⸗ genblicks bemächtigt— kurz er war in der Jugend und im Unglück, ſo wie ſpäterhin in ſeiner königlichen Würde, ein fröhlicher aber hartherziger Wollüſtling— weiſe, auſſer wo ſeine Leidenſchaften im Spiele wa⸗ ren, wohlthätig, auſſer wenn Verſchwendung ihn der Mittel beraubt hatte, oder Vorurtheil ihn daran ver⸗ hinderte— ſeine Fehler, welche oft in Laſter ausar⸗ teten, waren doch mit ſo viel Gutmüthigkeit ver⸗ miſcht, daß es der beleidigten Perſon unmöglich fiel, ihm das volle Bewußtſeyn des Unrechtsk inachzutragen, das ſie erlitten hatte..
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