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zu ſeyn. Ich hoffe heute oder hoͤchſtens morgen Na richten von dem Schiffe zu bekommen.“
Albert Lee wuͤnſchte dem thaͤtigen aber eigenſinni⸗ gen Mann guten Morgen; voll Verwunderung, wie dieſe Art von Intrigue das Element geworden zu ſeyn ſchien, in welchem der Doctor lebte, ungeachtet deſſen, was die Dichter von dem Schrecken erzaͤblten, welcher wiſchen dem Entwurf und der Ausfuͤhrung einer Ver⸗ ſohworung liegen ſoll. 84,
Als er von Doctor Rochecliffes Heiligthum zuruͤck⸗ kehrte, begegnete er dem Jocolin, welcher ihn aͤngſtlich ſuchte.„Der junge ſchottiſche Edelmann“ ſagte er auf eine geheimnißvolle Weiſe,„iſt aufgeſtanden, und als er mich vorbeigehen horte, rief er mich in ſein Zim⸗ mer.
3„Gut“ erwiederte Albert,„ich will ſogleich zu ihm gehen.
„Er verlangte friſche Waͤſche und Kleider von mir. Nun aber, Sir ſcheint er ein Mann zu ſeyn, der gewoͤhnt iſt, daß man ihm gehorcht, alſo gab ich ihm ein Kleid, wel⸗ ches zufaͤllig in der Garderobe im weſtlichen Thurme war, und anch etwas von Ihrer Waͤſche. Angekleidet, befahl er mir, ihn zu Sir Henry Lee und meinem jungen Fraͤulein zu fuͤhren. Ich haͤtte gerne etwas da⸗ von geſagt Sir, daß er warten ſolle bis Sie zuruͤckkeh⸗ ren, aber er zaußte mich gutmuͤthig an den Haaren(denn er ſcheint ganz beſondere Launen zu haben,) und ſagte „er waͤre ein Gaſt des Mr. Albert Lee, und nicht ſein Gefangener;“— Alſo Herr, obgleich ich glaube, daß es Ihnen mißfallen koͤnnte, wenn ich ihm die Mittel gebe, herumzuſtreichen und vielleicht von denen geſehen zu werden die ihn nicht ſehen ſollten— was konnte ich ſagen?“
„Du biſt ein vernuͤnftiger Mann, Jocolin, und verſtehſt immer vollkommen, was man Dir auftraͤgt. Ich fuͤrchte dieſer Juͤngling wird ſich von keinem von uns Beiden einreden laſſen; aber wir muͤſſen um ſo mehr fuͤr keine Sicherheit ſorgen. Du haͤltſt doch uͤber den Soldaten Wache?“


