ehen. Uebrigens biſt Du ſehr zuruͤckhaltend, mir das 40 zu ſpenden, das mir bei dem guten Spiele mei⸗ ner Rolle gebuͤhrt.— Spielte ich nicht den Louis Kerneguy ganz vortrefflich?—“
„Wenn Ew. Majeſtaͤt mich um meine ernſtliche Meinung fragen, ſo werden Sie mir vielleicht verzei⸗ ben, wenn ich ſage, daß Ihr Dialect fuͤr einen ſchotti⸗ chen Juͤngling von hoher Geburt etwas zu rauh, und Ihr Betragen etwas zu baͤuriſch war. Ich glaube auch— obgleich ich das nicht recht verſtehe— daß Ihr Schottiſch zuweilen nicht ganz aͤcht klang.“
„Nicht aͤcht? Du gefaͤllſt mir, Albert! Wer ſollte denn aͤchter ſchottiſch ſprechen als ich? War ich nicht ganze zehen Monat lang ihr Koͤnig? Und wenn ich ihre Sprache nicht lernte, ſo wuͤßte ich nicht, wer es ſonſt koͤnnte. Heulte, gellte, quickte nicht nach und nach das Oſtland und das Suͤdbland, und das Weſtland und das Hochland um mich her, ſo daß bald die tiefen Gaumenlaute, bald die breiten Lippenbuch⸗ ſtaben und bald die ſcharfen Conſonanten die Herr⸗ ſchaft fuͤhrten?— Alle Welt, Freund, bin ich nicht von ihren Rednern empfangen, von ihren Senatko⸗ ren angeredet, von ihren Geiſtlichen zuruͤckgeſtoßen worden?— Habe ich nicht auf dem Armen⸗Sunder⸗ ſtuhl geſeſſen, Freund(hier nahm er wieder den nor⸗ diſchen Dialect an) und hielt ich es nicht für eine au⸗ ßerordentliche Gnade von dem wuͤrdigen Mr. John Gillespie, daß er mir erlaubte in meinem eigenen Zim⸗ mer Buße zu thun, ſtatt im Angeſichte der ganzen Gemeinde?— Und willſt Du mir nachher noch ſa⸗ gen, ich wuͤßte nicht ſchottiſch genug, um einen al⸗ ten Ritter oder ſeine Familie zu taͤuſchen?“—
„Um Verzeihung Ew. Majeſtaͤt— ich ſagte ja gleich, ich verſtuͤnde die ſchottiſche Sprache nicht zu beurtheilen.“
„Ach was, es iſt der reine Neid; grade ſo, ſagteſt Du auch zu Norton, ich ware zu hoͤflich und


