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Neuntes Kapitel.
Nun funkeln die nächtlichen Flammen,
Nun heulet die Eule dazu⸗
Die Leichen ſie fahren zuſammen,—
Es kennt ſetbſt das Grab keine Ruh. Denn nun iſt die Nachtzeit gekommen Da klaffen die Gräber ſo weit,
Und alle Geſpenſter ſie kommen,
Denn nun iſt's für Geiſter die Zeit.
„ 1 Sommernachts⸗Traum. Vor dem Thore des Pallaſtes waren jetzt die Wa⸗
chen verdoppelt. Everard frug den Corporal um die
Urſache als er in die Halle trat, wo ſich jener mit
ſeinen Soldaten befand, welche an einem großen Feuer,
das ſie mit zerbrochenen Stuͤhlen und Baͤnken unter⸗⸗
hielten, ſaßen oder lagen. „Ja wahrhaftig, antwortete der Mann, die Wa⸗
che wird wie Ew. Gnaden ſagen, mit ſolchen Pftichten
gar zu arg geplagt; doch hat ſich eine allgemeine Furcht
verbreitet und keiner will die Wache allein beziehen.
Wir haben jedoch einen oder zwei von unſern Vorpo⸗
ſten eingezogen; und werden Morgen von Orford gus
Verſtaͤrkung erhalten.“ 4 DOberſt Everard fand nach genauer interſuchung,
daß alle Schildwachen ſowohl innerhalb als außerhalb
des Schloſſes von dem kriegserfahrenen General Harri⸗
ſon gehoͤrig vertheilt waren. Es blieb ihm alſo nichts zu thun uͤbria, als(ſeines eigenen Abentheuers einge⸗ denk) noch zwei Schildwachen nach jenemt Vorzimmer vor der langen Gallerie zu beordern. Der Corporal verſprach ehrfurchtsvoll ſeinen Befehlen Fol⸗ au leiſten.
Auch die Diener, welche man jetzt rief, erſchienen in doppelter Anzahl. Everard wuͤnſchte zu wiſſen, ob die Commiſſaire ſchon zu Bette gegangen waͤren oder ob er ſie noch ſprechen koͤnne.


