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und der Verraͤtherei fähig, mit welcher mich Deine Bolſchaft beauftragt?“ 4
„Ich!“ rief Wildrake aus.„Markham Everard, Du biſt mein Jugendfreund und mein beſtaͤndiger Wohl⸗ thaͤter. Als Colcheſter genommen ward, retteteſt Du mich vom Galgen und haſt mich ſeitdem wohl zwanzig Mal dem Dode entriſſen. Aber, bei Gott, wenn ich Dich der Niedertraͤchtigkeit faͤhig hielte, welche der
General Dir anempfohlen hat— bei dem blauen Him⸗
mel da droben und bei allen Werken der Schäpfung, die ſich in ihm bewegen,— ich haͤtte Dir mit meiner eignen Hand den Dolch ins Herz geſtoßen!“
„Den Tod haͤtte ich wirklich verdient, obsleich nicht von Deiner Hand,“ erwiederte Everard; „gluͤcklicher Weiſe aber kann ich den Verrath, den Du beſtrafen wollteſt, gar nicht begehen. Wiſſe, daß ich⸗ heute von Cromwell ſelbſt die geheime Machricht hal⸗ ten habe, daß der junge Mann von Briſtol aus, zur See entflohen iſt.“
„Nun, dann ſey Gott der Allmaͤchtige, welcher ihn vor ſo vielen Gefahren ſchuͤtzte, gedankt!“ rief Wildrake aus.—„Huſſa!— Gluͤck auf, Ihr Royali⸗ ſten!— Heh da, Ihr Royaliſten!— Gott ſegne Koͤnig Carl!— Mond und Stern’, fangt meinen Hut!“— und er warf ihn, ſo hoch er konnte, in die Luft. Aber die himmliſchen Heerſchaaren, an welche das Geſchenk abgeſendet wurde, fanden nicht fuͤr gut, es zu Kfan. gen; ſondern, wie fruͤher bei der Degenſcheide des S Henry, nahm eine alte, verwitterte Eiche zum bedhen Male das hochfliegende Zeichen eines royaliſtiſchen Enthuſiasmus auf.
„Schaͤmſt Du Dich nicht, Dich wie ein Schul⸗ bube zu betragen?“ ſagte Everard.
„Warum das,“ ſagte ſein Freund,„ ich habe nur einen purit aniſchen Hut auf eine Broalſtiſche Botſchaft ausgeſchickt. Ich muß lachen, wenn ich daran denke, wie viel Schulbuben, von denen Du ſprichſt, im naͤch⸗


