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„Wenn's weiter nichts iſt, Roger,“ ſagte der Oberſt, indem er ſeine Boͤrſe in ſeine Hand ausſchuͤt⸗ tete,„„dafuͤr ſoll bald geholfen ſeyn. Aber Du biſt doch ein unbeſonnener Mann, Dich, ſo wie Du gehſt und ſtehſt, auf den Weg machen zu wollen, ohne einen Pfenning, Deine Reiſekoſten zu zahlen! Was haͤtteſt Du denn angefangen?“
„Wahrhaftig, daran hab' ich nicht gedacht— ich haͤtte eben dem erſten beſten, den ich getroffen haͤtte, die Piſtole auf die Bruſt ſetzen muͤſſen. Bei dieſen ſchlimmen Zeiten muß ſich mancher ehrliche Kerl ſo durchhelfen.“
„Sey doch ſtille,“ ſagte Everard,„gib fein Acht auf Dich, weiche Deinen leichtſinnigen Freunden aus — halte Deine Zunge im Zaum— fliehe den Wein (es haͤtte freilich wenig zu ſagen, wenn Du nur nuͤch⸗ tern dabei bleiben koͤnnteſt). Maͤßige vor Allem Deine Ausdruͤcke, fluche und prahle nicht!“ 3
„Das heißt mit andern Worten, werde ſolch' ein Wicht, wie ich. Auch recht— was die Außenſeite anbelangt, ſo glaube ich meine Puritaner⸗Rolle ſo gut ſpielen zu koͤnnen, wie Du. Ach Mark, weil wir doch einmal von Rollen ſprechen, erinnerſt Du Dich noch der froͤhlichen Zeiten, als wir im Schauſpielhauſe Mills den Bomby geben ſahen, zur Zeit, als ich noch geſtickte Maͤntel und Edelſteine trug, und Dir die ge⸗ furchte Stirne und der puritaniſche Knebelbart unbe⸗ kannt waren!“


