8 Kampfe haben wir alles verloren, was wir beſaßen, ſind gezwungen, uns kuͤmmerlich fortzuhelfen, wiſſen heute nicht, wie es morgen ſeyn wird, unſer einziger Zufluchtsort iſt der Kerker, unſere beſte Ausſicht das Schaffot, warum willſt Du mir es nun mißgoͤnnen, daß ich mein Schickſal mit leichtem Herzen trage, da ich onſt darunter erliegen muͤßte?“
Der gefuͤhlvolle Ton des Freundes ruͤhrte Everard im Innerſten der Seele, er ergriff ihn bei der Hand, und druͤckte ſie herzlich.——
„Wildrake, ich geſtehe es Dir, daß es mehr um Deiner Sicherheit willen, als um der meinigen geſchah, wenn ich hart gegen Dich ſchien. Ich weiß es wohl, hinter Deinem Leichtſinn liegt ein ſo tiefes Gefuͤhl fuͤr Ehre und Menſchlichkeit verborgen, als in irgend ei⸗ nem Herzen. Aber Du biſt unbedachtſam— biſt raſch, und ich ſchwoͤre es Dir zu, wenn Du Dich in der Sa⸗ che, die ich Dir anvertraue, verrietheſt, ſo wuͤrden mich die ſchlimmen Folgen, die es fuͤr mich haͤtte, in groͤßere Beforgniß ſetzen, als der Gedanke, Dich in eine folche Gefahr zu bringen.“ 7
„Nein Mark, wenn Du in dieſem Tone ſprichſt,“ verſetzte der koͤniglich Geſinnte, indem er zu laͤcheln ver⸗ ſuchte, um eine andere Gemuͤthsſtimmung zu verber⸗ gen,„wenn Du ſo ſprichſt, ſo wirſt Du uns beide zu Kindern machen; vertrau' Dich mir an, wenn Zeit und Umſtaͤnde es erfordern, ſo kann ich auch vorſichtig ſeyn. Wenn es galt, wachſam zu ſeyn, ſah mich noch


