gothiſchen Burg wiedererkennen, welche mit der Scheere des Gärtners erbaut worden war, wohin er als Kind ſeine Pfeile ſchoß, oder vor der er herumwandelte wie ein irrender Ritter, von dem er geleſen hatte, und in ſein Horn zu ſtoßen pflegte, um den eingebildeten Rie⸗ ſen oder den heidniſchen Ritter, der ſie vertheidigte, zum Kampf herauszufordern. Er erinnerte ſich, wie er ſeine Baſe, ob ſie gleich einige Jahre jünger war als er, dazu zu bewegen ſuchte, an den Schwärmereien ſeiner Knabenphantaſie Theil zu nehmen und die Rolle eines Elfenknappen, einer Fee oder einer bezauberten Peinzeſſin zu ſpielen. Auch fielen ihm wieder mehrere Umſtände ihrer ſpäteren Bekanntſchaft ein, aus denen er nothwendiger Weiſe ſchließen mußte, daß ihre El⸗ tern ſchon von frühe her den Gedanken hegten, daß wohl eine paſſende Heirath zwiſchen ſeiner ſchönen Baſe und ihm ſtatt finden könne. Tauſende von Viſionen, welche eine ſo herrliche Ausſicht in ihm erregt hatten, waren mit dieſer Hoffnung verſchwunden, und kehrten nun Schatten gleich zurück, um ihn an das zu erinnern, was er verloren hatte. Und weßwegen?—„Um Eng⸗ lands willen“ erwiederte ſein ſtolzes Selbſtgefühl,— „Für England, das in Gefahr ſiand eine Beute des Aberglaubens und der Tyrannei zugleich zu werden.““
Uad dann ermuthigte er ſich wieder mit dem Ge⸗ danken:„Wenn ich mein Privat⸗Intereſſe aufopferte, ſo geſchah es, um meinem Vaterlande perſönliche und Gewiſſens⸗Freiheit zu verſchaffen, welche unter einem ſchwachen Fürſten und unter anmaßenden Staatsmän⸗ nern nie tiefe Wurzel hätte ſchlagen koͤnnen.“
Aber der geſchäfrige Feind in ſeinem Buſen konnte die kühne Antwort nicht verſcheuchen.„Hat aher auch dein Widerſtand deinem Vaterlande genützt, Mark⸗ ham Everard?“ fragte er.„Liegt nicht England. nach ſo vielem Blutvergießen und ſo vielem Elend eben fo tief unter dem Schwerdte eines glücklichen Soldaten als früher unter dem Scepter eines unbeſchränkten Fürſten. Sind die Parlamen te, oder was von ihnen noch übrig blieb, wohl im Stande, einem Feldherrn


