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ſollten, einen Weg zur Flucht zu öffnen. So galten wir für Todte, während wir aus Paris flüchten.“—„uUnd Dein Vater?“ rief William.—„Ihm— mislang die Flucht, wir erfuhren ſeinen Tod in unſerm Verſteck.“
Ein feierliches Schweigen unterbrach die Erzählung. Eſtella vergoß, an den Bruder gelehnt, ſanfte Thränen.
„Im Gefängniß,“ fuhr Alfred fort,„hatte ſich ſein Sinn gewendet. Oftmals ſprach er gegen mich ſeine Trauer aus, Deine Anerbietungen zurückgewieſen zu haben!“
Eſtella blickte erröthend zur Erde; William ſah ſie mit dem Blick der Liebe an; er ergriff ihre Hand, zog ſie zu ſich, ſie ſank an ſeine Bruſt.
„Doch vollendet, vollendet, theure Freunde, die Ge⸗ ſchichte meiner Rettung; denn noch weiß ich nicht, wie ich dem tauſendfachen Schlunde des Todes, der ſich mir geöff⸗ net hatte, entronnen bin.“
„Wir hörten,“ nahm Alfred das Wort wieder,„daß Du geflüchtet warſt, und folgten Deiner Spur. Unſere Forſchungen brachten uns Dir zwar näher, doch blieben ſie lange vergeblich. Da führte uns der Zufall in das Landhaus, das Du bewohnt hatteſt. Wir ahnten nicht, wer vor unſerer Ankunft das Haus verlaſſen hatte. Doch eines Morgens, da Eſtella das Schubfach eines Schreib⸗ tiſches aufzieht, thut ſie einen lauten Schrei, ſpringt auf, ſtürzt zu mir ins Zimmer und bringt mir Dein Ta⸗ ſchenbuch. Jetzt wußten wir, wo wir Dich ſuchen ſollten. Unermüdlich folgten wir Deiner Spur und ſo führten uns Freundſchaft und— warum ſoll ich es ver⸗ ſchweigen— und Liebe hier in dieſe Einöde.“
„Und es war ein Glück,“ fiel Perez ein,„denn ſonſt wärſt Du verloren geweſen, Freund. Unſere Schaluppe mag vielleicht ſchon auf dem atlantiſchen Meere treiben!


