Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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Allein er ſollte dieſe nicht lange genießen, denn ſie ſtarb einige Jahre ſpäter und ſein alter Freund, der Geſſtliche, folgte ihr wenige Monden darauf nach. Jetzo mußte ſich William durchaus verlaſſen fühlen und des ſonſt ſo hei⸗ tern, lebenskräftigen Jünglings fing eine düſtere Schwer⸗ muth an ſich zu bemächtigen. Gewiß waren es auch noch andere Triebe, die ſich in ſeinem Herzen regten; er fühlte, daß er nicht allein bleiben ſolle auf der Welt, aber ſeine dürftigen Umgebungen boten nichts dar, was in dieſer Hin⸗ ſicht auch nur entfernt den Träumen und Hoffnungen ſei— ner Seele hätte entſprechen können. Da ereignete ſich ein Fall, der ihm plötzlich den Weg zu tauſend neuen Hoff⸗ nungen und Verſuchen öffnete. Sein Vater ſtarb und hatte in einem Anfall von Reue die ſchwere Schuld gegen den Sohn, welchen er das ganze Leben hindurch verlaſſen hatte, gut zu machen geſucht, indem er ihm einen beträcht⸗ lichen Theil ſeines Vermögens vermachte. Dies ſetzte Wil⸗ liam in den Stand, ſeinen Dienſt aufzugeben und ſich aufzumachen in die Welt, die er nur durch Erzählungen ſeines Lehrers kannte und die, ſo wenig ſie ihm ein trü⸗ geriſches Bild von dem Glücke, welches er daſelbſt zu fin⸗ den hoffen dürfte, vorgeſpiegelt hatten, doch wenigſtens ſei⸗ ner Neu⸗ und Wißbegier und manchen andern äußerlichen Wünſchen Befriedigung verſprachen. Er ging zuerſt nach London, wo ihn jedoch trotz allen Wundern dieſer Welt⸗ ſtadt die gänzliche Sittenverderbniß der männlichen Jugend, mit der er als Einzelner, Unabhängiger in Berührung kam, ſo anwiderte, daß er nach ſechs Monaten dieſe Stadt wieder verließ und eine Reiſe durch Frankreich und Italien machte, Länder, die ihn ſchon in ſeiner Jugend lebhaft an⸗ zogen und deren Sprache er auch von ſeinem Lehrer er⸗

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lernt hatte. In Rom machte er die Bekanntſchaft eines