Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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ſilberhaarige Nunnez; er öffnete den Weinſchlauch, der zur

Feier des Sieges angebrochen werden ſollte, und machte den 2 Schenken für ſeine Kameraden, die die ernſtere Arbeit des Gefechts gethan hatten. Dieſe lagen in maleriſchen Grup⸗ pen, mit der dem Spanier ſo eigenen, leichten und doch ſtolzen Grazie, auf dem Naſen umher. Dieſer putzte ſeine Büchſe und freute ſich, wie die Flamme ſich auf dem blan⸗ ken Lauf zurückſpiegelte; jener dort hatte die Mandoline er⸗ griffen und ſang einen fröhlichen Boleros, wobei eine ihm zur Seite gelagerte artige Kleine mit ſchwarzem Haar und Augen helltönend mit einſtimmte. Ein Jüngling, dem die dunkeln Locken in langen Ringen über den Nacken fielen, hatte das ſonnverbrannte Antlitz finſter in die Hand geſtützt und ſtarrte mit ſeinen tiefſchwarzen Augen wild unter den buſchigen Braunen hervor in die Flamme. Ihr voller Wi⸗ derſchein fiel auf ſein Antlitz; es war der edelſte Kopf, den man ſehen konnte. Als er ihn einen Augenblick erhob, glänzte ein feuchter Blitz in ſeinen Augen und rann in ei⸗ nen purpurgoldnen Tropfen zuſammen. Es war eine Thräne, die gewaltſam hervordrang, ſich an die langen Wimpern hing, im Feuerglanz ſtrahlte und dann erlöſchend nieder⸗ tropfte auf die Wange. Der Jüngling verwiſchte ſie hef⸗ tig mit der Hand, bevor einer der Kameraden ſie ſehen möchte. 1 St. Val betrachtete ihn mit einem Antheil, der ihn auf 8 Augenblicke ſeine eigene Lage vergeſſen ließ. Und doch war es gerade dieſer Jüngling, deſſen Schickſal das ſeinige un⸗

widerruflich machte Denn wenige Tage zuvor wax ein Trupp ſtreifender hranzoſen bis zu ſeiner Hütte ins Ge⸗ birge vorgedrangen, hatte ſie überfallen, geplündert, in Brand geſteckt, den alten Vater erſchlagen und die beiden Schweſtern des Jünglings mitgeſchleppt, um der wüthenden