„Bei St. Jago, das Schießen wird wieder heftiger!“ rief Nunnez nach einigen Minuten aus.„Gewiß haben die Schufte die Brücke noch einmal anzugreifen verſucht! Und daß ich hier liegen muß! Raſch, Kaveria, verbinde mir den Arm! Es geht nicht vorwärts mit der Heilung!“
xaveria ſchüttelte den Kopf und ſprach misbilligend: „Faſt ſiebenzig Jahre alt, Nunnez, und noch ſo ungedul⸗ dig! Es ſind gute Kräuterſäfte auf Deine Wunde gedrückt! Kein Arzt und hätte er zu Salamanca ſtudirt, könnte Dich beſſer heilen als averia! Laß denn ſehen! Der Verband iſt gut; ich rühre ihn mit keinem Finger an.“
„Es werden drei Wochen vergehen,“ murrte Nunnez unwillig,„bevor ich nur wieder den Hahn meiner Büchſe ſpannen kann. Indeſſen hätte meine Kugel ſich dreißig franzöſiſche Offiziershüte mitten aus dem Staub und Rauch herausgelangt, vielleicht ſogar einen Marſchallshut dabei!“
„Alter Schwätzer und Prahler!“ erwiderte Paveria, „Spanien hat mehr Männer und die friſcher auf den Fü⸗ ßen ſind als Du! Sie werden Deine Arbeit ſchon mit thun! Halte Dich ruhig, ſonſt wird es nicht drei Wochen,
ſondern drei Monate dauern, bevor Du wieder hinterm Buſch kauern und anlegen kannſt. Aber horch! das waren Schüſſe diesſeits der Berge!“
„So ſind es Freudenſchüſſe, die uns ihre Rückkehr melden,“ rief Nunnez;„denn daß ſie keinen franzöſiſchen⸗
Gewehrlauf diesſeits der Berge laden laſſen, dafür ſteh' ich.“
Das Schießen nahm zu. Die Berge und Wälder hall⸗ ten es weithin wieder. Es folgte jedem Knall ein langes Brauſen und Dröhnen, dem fernen Zuge des Sturmwin⸗ des durch hohe Baumgipfel gleich. Wie Nunnez richtig vermuthete, waren es die Freudenſalven einer zurückkehren⸗ den, ſiegreichen Schar.„Spart doch Euer Pulver!“ rief


