ſon aufgeſpart habe, um ſie auszuſteuern! Und ſie braucht eine reiche Ausſteuer, ſeit ſie das Unglück mit der Krank⸗ heit gehabt hat. Ich kann ihr doch nicht Deinetwegen Al⸗ les nehmen?“
„So weiß ich nicht, was ich in der Welt anfangen ſoll,“ rief Jacques und drehte ſich im Verdruß trotzig um. „Ich könnte Euch ja das Geld mit der Zeit zurückgeben,“ fuhr er nach einigen Augenblicken ſanfter fort.„Ich werde ſchon etwas damit gewinnen.“
„Jacques, Du kennſt mich, ich bin Dir gut, aber das iſt zu viel für meine Kräfte. Mein leibliches Kind geht vor! Ueberdies habe ich ſo viel Geld gar nicht.“
„Die ehrwürdigen Herren Patres von Valſecret ſchießen Euch gewiß vor,“ antwortete Jacques.
„Ja, nur, wenn ich ihnen die Meierei in Pfand gebe, die ſie mir gern wieder abnehmen möchten; aber das geht nicht. Ich könnte ſterben, ehe ich ſie ausgelöſt hätte, und was würde dann aus Louiſon! Nein, Jacques, nimm Ver⸗ nunft an, ſo gern ich etwas für Dich thäte, es geht nicht! Schlag Dir's aus dem Sinn! Vieleeicht findet ſich bald eine andere, wohlfeilere Gelegenheit!“
„Wenn ſie nicht vom Himmel fällt,“ rief Jacques mit Thränen des Verdruſſes im Auge, ſo wüßte ich nicht, wo
ſie herkommen ſollte!— Aber ich wußte es wol voraus,
daß Ihr mir nichts geben würdet,“ fuhr er fort, indem er ſich mehr und mehr erhitzte,„denn Ihr geltet in der gan⸗ zen Gegend für einen Geizhals und habt niemals etwas für mich thun wollen!“
„Jacques! Jacques! Biſt Du es wirklich, der ſo zu mir ſpricht?“ rief Ratinel aus und ſchlug die Hände über dem Haupt zuſammen;„ich habe Dich halb verhungert von der Landſtraße aufgerafft und in mein Haus gebracht,


