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Alle ruderten mit verdoppelter Kraft; jetzt faßte ſie der Strom des freien Windes, blitzſchnell ſchoß das Fahrzeug durch die ſchäumende Flut, bald ſichtbar, hoch auf dem Gipfel der Wellen triumphirend, bald in den tiefen Waſ⸗ ſerſchlünden verſchwunden. Der kühne Steuermann ſtand aufrecht und leitete das Boot ſo ſicher, daß die Schiffer am Ufer in lauten Jubel ausbrachen und ſchon frohlockend und jauchzend Tücher und Hüte ſchwenkten, weil es ſchien, als ſei dem kaltblütig verwegenen Knaben das Element blind zu Dienſten.
Jetzt kam er in die Brandung des Wracks; hier begann die furchtbarſte Gefahr, wo nicht menſchliches Geſchick, ſon⸗ dern nur Glück, nur die Obhut des Himmels helfen konnte. Auf dem Deck des geſtrandeten Schiffes war es ſchon le⸗ bendig; man warf Seile mit Haken und Tonnen aus. Die Flut ſpritzte und ſchäumte hoch auf, das Boot verſchwand in den Wirbeln; tiefe angſtvolle Stille am Ufer; Helga be⸗ tete mit bleichen Lippen, John legte ſeine Hand ſegnend auf ihr Haupt und hing unbeweglichen Auges an der See. Jetzt tauchte das ſchon verloren geglaubte Boot wieder auf; es hing auf einer übergebeugten Wellenſpitze ſo ſcharf vor⸗ wärts gegen den Grund geneigt, daß mehre der Lootſen am Ufer unwillkürlich ausriefen:„Herr Gott, ſie ſind verloren! Sie ſchlagen um!“ Steilrecht ſchoß das Boot in den ſchwarzen Schlund herab; Alles war in der ſchäumenden Brandung begraben; auch über das Wrack hinweg ſchlugen die zermalmenden Wellen; es ſchien als habe ſich der Ab⸗ grund geöffnetzund alles Lebende verſchlungen.
Todesſtille ſchloß die Lippen aller Zuſchauenden, Todes⸗ bläſſe deckte ihre Wangen; jetzt ſank auch John's Kraft zu⸗ ſammen und es wurde Nacht um ſeine Augen.
Da zerriß der Sturm die Nebel im Oſten und die kaum


