Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 288—

See und wenn Ihr ihm eine Schiffsladung voll Dukaten geben wolltet!“ 32

Der Fremde ſchoß einen wilden, erbitterten Blick auf Halland, er glaubte ſich getäuſcht; doch ſchwieg er. Im Hintergrunde des Gemachs ſaßen am Ofen zwei Schiffer; es waren durch Trunk und wüſte Lebensweiſe herunterge⸗ kommene Leute, die Einzigen des ganzen Ortes, die Hal⸗ land für fähig hielt, für eine gute Bezahlung zu ſchweigen, falls Helga's Entführung Gewalt nöthig gemacht hätte. Der Fremde hatte ihnen Branntwein geben laſſen ſo viel ſie mochten; vor einer Stunde waren ſie auch noch zu der Fahrt bereit geweſen. Jetzt aber, obwol halb trunken, ſtan⸗ den ſie auf und ſagten:„Nein, Herr, Halland hat Recht! Bei dem Wind kann der Teufel nicht halten!“

„Wie!“ rief der Fremde mit einem von Schrecken und Ingrimm verzerrten Geſicht,„nicht bis an das Schiff wollt Ihr mich bringen, wenn es hier in die Strommündung einläuft?“

„Nicht einen Strohhalm breit aus dem Hafen, bis der Wind umſetzt; dann nach Spitzbergen, wenn Ihr Luſt habt,“ grunzte der eine Schiffer mehr als er ſprach.

„Memmen!“ brach der Fremde wüthend aus und ſtampfte mit dem Fuß;„iſt Euer hündiſches Leben mehr werth als das meinige? Und ich ſetze mich ein, wenn der Sturm noch ſieben Mal ſtärker wüthet!“

In dieſem Augenblick packte ein ſo furchtbarer Wind⸗ ſtoß das Haus, daß es in allen Grundfeſten zitterte; die Hausthür flog krachend auf, die Fenſter klirrten und ein donnerähnliches Sauſen betäubte das Ohr.

„Auch bei dem Lüftchen, Herr?“ fragten die Schiffer lachend und ſtreckten ſich gemächlich auf der Ofenbank aus.

Der Fremde ſtand bleich wie Marmor da; ſeine Augen

—

—&⏑

—