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erleuchtet, aber dichte Vorhänge machten es unmöglich, hin⸗ einzuſehn.
Drinnen ging es wunderbar zu. Die alte Selgard ſaß am Spinnrocken und manche Thräne entfiel ihren treuen Augen. Rollo hatte ſich dem Kaminfeuer gegenüber geſetzt und ſtützte ſein trotzig ſchönes Geſicht in die Hand. Auf einer Art von Ruhebett aus Matten und Decken lag ſeine Mutter bleich und matt; ſie ſchien wie im Traum zu ſpre⸗ chen und zu ſingen, doch verſtand man nur ſelten die Worte. Es waren aber ihre alten Lieder.
„Heut iſt es einmal wieder recht arg mit ihr,“ begann Selgard halblaut.„Das Wetter wird ſchwer werden!“
„Ich wußte es ſchon draußen auf der See,“ ſprach Rollo,„die weißen Windwolken ſagten mir's, daß hier die ſchwarzen Trauerwolken aufziehn würden! Horch, pochte es nicht?“
„Der Wind mag an der Thür geraſſelt haben,“ erwi⸗ derte Selgard.
Die Kranke richtete ſich empor und ſang:
„Laßt ein die arme,
Die zitternde Maid! Verſtoßt ſie nicht grauſam, Ihr Weg ach war weit! Ihr Fuß iſt ſo müde, Zerriſſen die Hand
Vom Dornengebuͤſch
An der Felſenwand!“
„Wahrlich es pocht, Selgard; horch, es ruft draußen!“ ſprach Rollo und ſtand auf.
„Nichts, nichts, mein Sohn, Windsgeräuſch, nichts weiter!“ erwiderte Selgard und ſpann weiter.
Doch die Kranke, die in dieſem Zuſtande ein leiſeres Ohr hatte, ſprach, ihre Phantaſien mit der Wirklichkeit


