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Meſtre hinaus. Um ſo weiter wird der Weg, auf dem Euch Ludovico in der Gondel begleiten darf, bevor Ihr ihn entlaßt; oder noch beſſer, Ihr beſcheidet ihn zu einem Frühbe⸗ ſuche, wenn Alles ſich dem Schlummer übergeben hat, und wan⸗ delt im Roſendufte des Morgens am Ufer des Brenta auf und nieder mit ihm. Vielleicht wählt Ihr auch die dunkle Laube—“
„Schweig!“ unterbrach Roſaura ſie heftig,„ſchweig; ich will nichts weiter von Deinen Vorſchlägen hören, ſie führen alle nur zum Verderben!“— Bei dieſen Worten hüllte ſie ſich in den dunkeln türkiſchen Shawl, den ſie aus Conſtantinopel mitgebracht, und trat ihren Weg nach dem Molo an.
Kaum erſchien ſie daſelbſt, ſo verſammelten ſich wie ge⸗ wöhnlich die jungen Nobili um ſie her und umſchwärmten ſie von allen Seiten. Dieſer ſagte ihr etwas Schönes, Je⸗ ner überreichte ihr einen Strauß der ſeltenſten Blumen; Der warf ihr brennende Blicke zu, ein Vierter ſuchte ihre Gunſt durch einen koſtbaren Ring zu erwerben, den er ihr an den Finger ſteckte und es dabei wagte ihr die Hand leiſe zu drücken. Stolz und unwillig zog Roſaura ſie zu⸗ rück, ſtreifte raſch den Ning wieder ab und ſprach, zu Lucie gewandt:„Ich verſprach Dir geſtern ein Geſchenk; hier nimm es.“— Glühend vor Unwillen wandte ſich der Beleidigte ab und verlor ſich in der Menge.
Da trat aus dem Gewühle ein Mann von hohem Wuchſe und ſtolzem Anſehen, doch ſchon in reiferem Alter, hervor. Es war der reiche, mächtige Marcheſe Foscari, der ebenfalls zu Denen gehörte, welche die Gunſt Roſaurens ſuchten. Doch that er es nicht demüthig, bittend, ſchmei⸗ chelnd, ſondern mit Würde, ja mit einem gewiſſen Adel; freigebig mit Gold, karg mit ſüßen Worten, dreiſt, aber geneſſen in Dem, was er that. Er war der Einzige, den Roſaura nicht mit Willkür behandelte, wiewol ſie ſich ſprö⸗
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