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ſchonen, Offiziere und Reiter, ein Feldprediger zur feſteren Beglaubigung in ihrer Mitte, als Parlamentaire abgeſandt, um den Kampf zu ſchlichten und ſich zu Gefangenen dar⸗ zubieten, falls die Nachricht eine Täuſchung ſei.
Da entblößte der Feldprediger ſein Haupt und ſprach: „Laßt uns dem Allmächtigen danken!“ und Alle ſanken ſtumm auf die Knie. 3
In dieſem Augenblick erwachte der Major aus ſeiner
DOhnmacht. Sein ſtarres Sünderherz war gebrochen. Er
ſah den Pfarrer, ſah Gertrud, ſah ſeine Kinder, hörte den Friedensgruß, der Millionen Herzen Glück und Ruhe wie⸗ dergeben ſollte— da trat er bewegt hervor, nahm Ger⸗ trud's Hand und ſprach:„Herr Pfarrer, ſegnet unſern Ehebund; mein Ende iſt nahe, ich will ſchweres Un⸗ recht gut machen, meinen Kindern meinen Namen geben!“
Und ſo ward Getrud's Ehe eingeſegnet, nach fünfund⸗ zwanzig Jahren in dieſer feierlichen Stunde.
Wie ſchlug der alte wackere Huſar Chriſtian Hammer die Hände über den Kopf zuſammen, als Gotthelf's Brief ihm Alles meldete!
„Sie haben ſich wiedergefunden! Der Eiſenfreſſer von Major iſt fromm und glücklich verſchieden! Da ſieht man, ein Soldat trifft immer noch die rechte Zeit zur Bekeh⸗ rung!— Nun wollen ſie herziehen!— Daß mein alter Kamerad, der Dragoner Veit, auch die Freude nicht erleben konnte! Ja, ja, mir iſt's belohnt worden! Ihm nicht— er hat mir's oft geklagt, wenn er meinen friſchen Buben ſah, wie leid es ihm that, daß er ſeinen blonden Fünd⸗ ling im Stich laſſen mußte! Und nun hat er ſchon ſo
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