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„Hm!“ meinte Gotthelf,„über den Stein des Anſto— ßes wird man doch auch wol wegkommen! Aber Du ſag⸗ teſt mir ja, Du ſeieſt eine Waiſe aus einem böhmiſchen Dorfe.“
„Ja, aber nur eine Waiſe von Pflegeeltern.— Es war eine Traincolonne durch das Dorf gekommen, ſie wurde an⸗ gegriffen, die Führer hieben die Stränge durch und jagten mit den Pferden davon, die Wagen wurden geplündert. Auf dem einen ſaß ich im Stroh. Um mich nicht verhun⸗ gern zu laſſen, nahmen mich ein Paar alte Landleute in ihre Hütte. Doch ſie ſtarben bald und darauf kam ich zum Hirten;z als der ſtarb, zum Schmied und mußte ihm bei der Arbeit helfen. So lernte ich das Handwerk. Wie ich groß wurde, mußte ich Soldat werden; da fragte auch Keiner nach dem Taufſchein, nur nach dem Namen. Den hatte ich, denn ſie hatten mich Waldmann genannt, weil die Wagen aus dem Walde gekommen waren.“
„Nun, und iſt das nicht genug? Was brauchſt Du mehr?“ rief Gotthelf aus.
„O ja, Bruder, ich brauche mehr! Ich muß, wenn ich ein Gewerbe anfangen will, einen Taufſchein haben, daß ich — ehelich geboren bin. Der Schmied ſchlug mich einmal heftig und ſchalt mich öffentlich:„Du Baſtard einer lie⸗ derlichen Marketenderin!“ Das hab' ich mein Lebtag nicht vergeſſen und die Leute in unſerm Dorf auch nicht, denn ſie wollten mich ſeitdem gar nicht mehr recht bei ſich dul⸗ den und vollends, daß ich einem Mädchen zu nahe hätte kommen dürfen! So war ich denn froh, als ich unter die 3 Soldaten gehen konnte, und mag auch in meinem Leben nicht zurück in mein Dorf!“
„Nun alſo,“ verſetzte Gotthelf,„um ſo mehr kommſt Du mit mir!“


