die Heere die Nachricht, die, ſo herzlichen Sinnes iſt der Deutſche, aus erbitterten Feinden ſchnell brüderliche Kamera⸗ den machte. Denn alle waren doch Söhne eines Landes und redeten eine Sprache, und ſchon oftmals war es ih⸗ nen ſchwer zu Herzen gegangen, daß ſie ſo mit den Waf⸗ fen gegen einander wütheten.
Oeſtreicher und Preußen ſtanden nun in Sachſen und Schleſien dicht bei einander und verkehrten hin⸗ und her⸗ über. Es war ein neutraler Boden zwiſchen beiden Heeren feſtgeſetzt und auf dieſem kamen die Einzelnen freundlich, zum Austauſch ihrer Bedürfniſſe, ja auch zum kamerad⸗ ſchaftlichen Geſpräch beim Glaſe, ohne Störung zuſammen. Die Grenzlinie des Zwiſchengebietes durfte jedoch Keiner, nach feindlicher Seite zu, überſchreiten.
Am erſten Sonntag, nachdem der Waffenſtillſtand be⸗ gonnen hatte, nahmen Gotthelf und Waldmann auf einige Stunden Urlaub und wandelten einem einladenden Wirths⸗ hauſe zu, welches wenige hundert Schritte vor einem Dorf auf dem neutralen Grund und Boden ſtand, wo eine Mar⸗ ketenderin eine von Offizieren und Soldaten vielfach be⸗ ſuchte und allgemein gerühmte Schenkwirthſchaft eingerich⸗ tet hatte.
Das Haus ſah ſtattlich und ſauber; die Fenſter ſpiegel⸗ blank; Alles rein gefegt, vor den Thüren Bänke und Tiſche, um die wenigen warmen Stunden am Tage noch im Freien genießen zu können; drinnen rechts ein Saal für die Offi⸗ ziere, links die Gaſtſtube für die Unteroffiziere und Solda⸗ ten. Die November⸗Nachmittagsſonne— es war etwa zwei Uhr— ſchien noch recht warm und freundlich und die beiden getreuen Kameraden waren herzlich frohen Sinnes.
„Nicht, Waldmann?“ begann Gotthelf,„wenn der Friede geſchloſſen wird, wie es allgemein heißt, ſo bitten wir


