Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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den und die herrliche Ausſicht genoſſen, iſt noch von freund⸗ lichen Strahlen beſchienen. Hier aber, wo ich ſitze, beginnt nun ſchon die Nacht, denn nun trifft kein Sonnenſtrahl mehr hierher. Ich will in der Ordnung erzählen, was wir geſehen. Wir ſtiegen, nachdem wir freundliche Wieſen⸗ pfade bis Hermsdorf durchwandelt waren, von dieſem Orte auf einem bequemen, ſchattigen, ſehr romantiſchen Wege hier herauf. Nach einer Stunde waren wir dem Gipfel nahe. Die Trommel ertönte zur Begrüßung, wie bei allen Reiſenden, die den Berg beſuchen. Dergleichen kleine Feier⸗ lichkeiten haben für mich auf der Reiſe einen großen Neiz. Es bedeutet wenig, regt aber unſere Stimmung an. Wir ſchritten, ſo begrüßt, durch die Zugbrücke ins Thor ein und befanden uns nun auf einem mit herrlichen Bäumen beſetzten Raume, dem alten Burggarten, von dem man der ſchönſten Ausſicht genießt. Die langen, reinlichen Dör⸗ fer und Städte ziehen ſich gleichſam an den Fäden ſilber⸗ ner Bäche aufgereiht durch die grüne Hügelfläche hin, die wir überſehen. Der Groditzberg, die Falkenberge mit dem freundlichen Schloſſe Fiſchbach, der Prudelberg bei Stons⸗ dorf, ragen mit ihren ausgezeichneten Gipfeln als die be⸗ deutenderen Punkte hervor. Grüne Waldhöhen, zum Theil wild, ſteil, felſig, ſteigen neben uns auf. Lange war ich in den ſchönen Anblick verſunken.— Schepphäuſer beküm⸗ merte ſich wenig um die Gegend, ſondern verfolgte mit dem Fernrohr einen Reiſewagen, den er auf der Landſtraße nach Schmiedeberg entdeckt hatte. Ich warf ihm dieſe Beſon⸗ derheit vor. Er antwortete:„Ich träume und dichte beim Anblick eines ſolchen Reiſewagens mir beſſere Dinge vor, als Deine Landſchaft. Z. B. ſtelle ich mir vor, es ſitze das

ſchönſte Mädchen darin, die etwa eben auch hier nach dem

alten Eulenneſt auf dem Kynaſt herüberſchaut und denkt,

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