ein kleines Beſitzthum hier und der Hang zu alter Ge⸗ wohnheit.“— Bei dieſer Antwort warf der Frager ſeinem unbekannten jüngern Geſellſchafter einen Blick mit den Augen zu, den dieſer mit einem andern erwiderte, der etwa zu ſagen ſchien: Ganz recht, allerdingsl oder der⸗ gleichen.„Ihr lebt alſo ſeit langer Zeit hier, ſeid viel⸗ leicht gar hier geboren?“ fragte der Fremde im höflichſten Tone, muthmaßlich um die Zudringlichkeit ſeiner Neugier minder läſtig erſcheinen zu laſſen.—„Ich bin in New⸗ Caſtle geboren,“ erwiderte Skey gutmüthig,„aber ich brachte meine Kpabenzeit hier zu und wohne wieder hier ſeit meinem Mannsalter. So hoffe ich denn auch die we⸗ nigen Jahre, die mir noch übrig ſind, hier bleiben zu dür⸗ fen.“—„Ich wollte Euch noch viele wünſchen,“ ſagte der Unbekannte höflich,„es müßte denn ſein, Ihr ſtändet ganz einſam auf der Welt. Aber wenn Ihr eine Gattin, Kin⸗ der, Geſchwiſter habt..“—„Ich hatte die erſte,“ ent⸗ gegnete Skey mit bewegter Stimme,„ich verdanke ihr die zweiten und— Geſchwiſter habe ich nicht,“ ſetzte er nach einigem Zaudern hinzu.—„Ihr ſtocktet bei Euern letz⸗ ten Worten; verzeiht, wenn die Theilnahme eines Fremden faſt als unſchickliche Neugier erſcheint,“ bemerkte der Unbe⸗ kannte hierauf, ohne jedoch eine Frage zu thun. Seinem Reiſegefährten warf er aber noch bedeutendere Blicke zu, als vorher, und dieſer erwiderte ſie in gleicher Weiſe.— „Mein Stocken iſt natürlich,“ erwiderte Skey nach einiger Zeit,„denn ich hatte Geſchwiſter; ich hatte vielmehr einen Bruder, den ich ſehr liebte, aber— er iſt dahin.“— Skey ſchwieg ernſt, die Fremden gleichfalls; allein ſie ſahen einander höchſt ſeltſamlich an. Endlich bemerkte der Jüngere, der bisher geſchwiegen hatte:„Wie leicht iſt es doch, ſchmerzliche Saiten zu berühren! Selbſt wenn man ſich
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15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
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