Sechstes Capitel.
Am Abend des Tages, deſſen Morgenbegebenheiten ich ſo eben geſchildert, muß ſich der Leſer entſchließen— da es regneriſches Wetter iſt— mit in die Dorfreſſource und das cabinet de lecture in Maſter Rascals Hauſe zu gehen. Ein Deutſcher, etwa aus Polkwitz, darf nicht be⸗ fürchten, daß es dort ſo ärmlich ausgeſehen hätte, wie in ſeiner Stadtreſſource. Die Fabrik beſchäftigte wol einige dreißig Leute, die bei einem guten Auskommen auch Bil⸗ dung genug hatten, um Antheil an den Begebenheiten der Zeit zu nehmen und folglich die Zeitungen zu leſen. Maſter Rascal hielt daher ſowol Edinburgher Papers als die Haupt⸗ zeitungen Londons; das Tageblatt von New⸗Caſtle gar nicht zu rechnen. In ſeinem Gaſt- und Leſezimmer, zu⸗ gleich der Speiſeſaal, brannten Abends helle Gasflammen, die er leicht haben konnte, da die Fabrik auf dieſe Art be⸗ leuchtet wurde. Gegen die Zeit, wo dort die Geſchäfte ein Ende hatten, pflegten ſich denn nun die Officianten zu Herrn Rascal zu begeben, um die Zeitungen zu leſen, dar⸗ über zu ſchwatzen, einen Krug echten Porterbiers zu leeren und eine Havana⸗Cigarre dabei zu dampfen. Es war damals gerade die Zeit, wo im Parlament die katholiſche Emancipation verhandelt wurde. Unſere Freunde konnten daher die Ankunft der Poſt und der großen Zeitungsbogen kaum erwarten. So wie aber der eifrige Bloom ſie ins Zimmer brachte, ſtürzten gleich drei bis vier Begierige über jedes Blatt her. Es wurde entfaltet, Zwei hielten daran, zwei Andere ſahen dieſen über die Schulter, zwei Dritte ſuchten ſeitwärts hineinzuſchielen, noch Zwei endlich begnüg⸗


