— 3474—
Fünktes Capitel.
Ein Grandiſoniſcher Noman wäre mir zu kurz, wenn ich dem Leſer die Geſchichte meiner Perſonen Tag für Tag erzählen ſollte und nicht die literariſche Freiheit behielte, vom Ende eines Capitels bis zum Anfang eines andern unterweilen etliche Wochen Zeit in die Kluft der Ewigkeit zu ſchütten, ohne ſonderliche Rechenſchaft davon zu geben. Wer ſich daran ſtößt, daß er auf einer Breite von andert⸗ halb Fingern— wenn die Zwiſchenſatzſtücke in den Drucke⸗ reien dieſe wohlthätige Ausdehnung für einen Schriftſteller haben, der nach Bogen bezahlt wird— ſechs Wochen Zeit conſumiren ſoll, der bedenke, daß er mit denſelben Fingern auf einer Generalkarte unſerer Hemiſphäre das halbe ruſſiſche Reich zudeckt, das doch größer iſt als der Mond und das er in ſechs Wochen nicht einmal als Cou⸗ rier durchreiſen könnte. Er halte mir's alſo zu Gute, wenn es auf meiner Generalkarte von dem Leben, den Thaten und Geſinnungen meiner Helden, Heldinnen, zweiten Lieb⸗ haberinnen, Confidenten, ſpitzbübiſchen Bedienten, Charak⸗ terrollen, Nebenperſonen und Statiſten u. ſ. w. in dieſer Novelle ebenſo geht. Der Leſer denke ſich alſo meine ſämmtlichen Figuren und Facta jetzo um ſechs Wochen äl⸗ ter und freue ſich, daß er's nicht ſelber iſt.
Mam wird ſich entſinnen, daß der Weg von James Skey's Hauſe zu dem Palaſt des Sir Atwood unfern der Skeyſchen Wohnung an dem Hötel des Princes oder des Quatres Saisons, oder dem Weidenbuſch unſeres Dörfchens Greenhill vorbeiführte; eine Namensparaphraſe, die Jeder verſtehen wird, der in Paris, Wiesbaden oder Frankfurt


