glücklich, nicht thöricht nennen!“—„Dein Herz hat ſchön, aber unglücklich gewählt,“ ſprach der Vater mit tiefbewegter Stimme!— Jenny legte ihren weichen Arm um des Bruders Nacken und ſchmeichelte ihm mit der andern Hand. „Mein guter Bruder! Ach wüßte Eveline, daß Du ſie liebſt, gewiß würde ſie Dich wieder lieben. Sie iſt zu gut!“—„Ich glaube ſie weiß es,“ ſprach William; nſeit einigen Monaten, dächte ich, müßte ſie es wiſſen. In London, wo ich den Winter über mit meinen Zöglingen zubrachte, da Sir Blunt(ſo hieß der Kaufmann, bei deſſen Kindern William Hauslehrer war) ſeiner Verwandten und auch ſeiner Geſchäfte wegen ſtets zu dieſer Jahreszeit dort wohnt, trafen wir mehrmals in Geſellſchaften zuſammen, wo ich mich viel an ſie anſchloß. Die Zeit ihres dortigen Aufenthalts war damals ihrem Ende nahez ich wußte, daß ſie hieher zu Sir Atwood zurückkehren würde. Wenige Tage vor ihrer Reiſe fanden wir uns in einem kleinen, vertrauten Kreiſe; zufällig war Eveline an das Fenſter ge⸗ treten und blickte auf die geräuſchvolle Gaſſe hinaus. Ich trat zu ihr; wir ſtanden von der Geſellſchaft einen Augen⸗ blick abgeſondert und, da man eben Kupferſtiche beſah, völ⸗ lig unbeachtet. Ich fragte nach ihrer Reiſe, wir ſprachen von unſerm heimatlichen Dörfchen, unſerer Jugend— da übermannte mich das Gefühl, die Sprache verſagte mir, ich ergriff Evelinens Hand und bedeckte ſie mit heißen Küſſen. Sie zog ſie ſehr ſanft zurück und trat der Geſeell⸗ ſchaft wieder näher.“——
Indem erſchallte der Knall einer Peitſche; es war Georg, der ſchon längſt an der verabredeten Stelle hielt und un⸗ ſern Freunden das Zeichen gab.
„Armer Bruder!“ rief Jenny;„ach das unglück⸗ ſelige Geld! Ich wünſchte Dir, daß plötzlich eine Nach⸗
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