Teil eines Werkes 
15. Band = Neue Folge, 3. Band, Erzählungen : 1. Theil (1846)
Entstehung
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eine Zukunft bauen könntet, mäßig, klein, aber ruhig und ſorgenfrei. Vielleicht glückt es mir noch einmal, zu erleben, daß ich Euch Beide in einem frohen Hausſtande ſehe! Jenny wurde, als der Vater ſie bei dieſen Worten anſah, ein wenig roth; William, der die Zeit über ſtumm da⸗ geſeſſen, ſeufzte tief auf. Der Alte ſchien Beides nicht be⸗ merkt zu haben.Ja, Kinder, fuhr er fort,eine glück⸗ liche Ehe iſt das Schönſte, was es auf Erden gibt aber wenn der Tod ſie trennt, oder gar andere böſe Schickſale zwiſchen die Liebenden treten, das iſt auch der bitterſte Schmerz, den wir ertragen können! William wurde im⸗ mer düſterer und ſtarrte ſtumm vor ſich hin.Hörtet Ihr nichts, fragte James Skey und ſah ſich um;oder warſt Du es William, der eben ſeufzte? Wol mög lich, lieber Vater erwiderte dieſer.Ja, Kinder, fuhr der Alte fort,eine ſolche Vereinigung iſt das höchſte Glück, die Trennung das härteſte Unglück. In unſerer Fa⸗ milie hat darin ein ſeltſames Schickſal gewaltet. Noch nie⸗ mals habe ich Euch die Geſchichte Eurer Aeltern erzählt; ich wollte es nicht eher thun, bis Ihr Beide ſie mit gereif⸗ terem Sinn zu vernehmen im Stande wäret. Aber ſeit vier Jahren hatte ich Euch Beide zugleich ja nicht bei mir geſehen und damals warſt Du noch zu jung, Jenny. Eure Mutter war mir lange durch harte, ſtrenge Verwandte, beſonders durch ihren Oheim, verſagt worden. Indeß ich hatte einen Bruder doch von dem verlorenen Onkel John habe ich Euch ja oft erzählt der wußte durch die weiſe und glückliche Benutzung eines Zufalls unſere Ver⸗ bindung zu Stande zu bringen. Er kannte unſere Liebe zu einander und, da er ein kecker Menſch war, dem es We⸗ nige an Muth und Gewandtheit nachthaten, ſo gelang es ihm bei einer Feuersbrunſt in dem Hauſe, wo meine

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