Teil eines Werkes 
14. Band = Neue Folge, 1. Band, Algier und Paris im Jahre 1830 : 2. Theil (1846)
Entstehung
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ketten röthete, die ich ſeufzend in öder Einſamkeit trug. Und jetzt trifft mich ihr ſanfter Strahl, umgeben von den Liebſten auf der Erde, glücklich, frei, im freien, glücklichen Vaterlande!

Sie ſcheint auch auf manches Grab! Die Freiheit hat theure Opfer gefordert! erwiderte Deſormery mit ſchmerz⸗

liche Stimme.

Du mußteſt eine holde Tochter opfern; mir ſank ein treuer, redlicher Freund in die Gruft! Viele ſahen Brüder, Väter, Kinder fallen! Aber das Heiligthum, das wir er⸗ rungen, war es ſolcher Opfer nicht werth? Möge es nun ein Gott vor frevelnder Entweihung ſchützen, daß die reine Opferflamme niemals, von Naſenden zu unnatürlicher Glut angefacht, verheerend auflodere und den Tempel in

Schutt und Aſche verwandle, in dem ſie nur wärmend leuchten ſoll!

Den unſeligen Tag möge Frankreich niemals ſchauen! Das wird der gütige Gott verhüten, der die theuern Opfer von uns forderte!

Nachſchrift nach funfzehn Jahren, in den Julius⸗ tagen: Und der Himmel hat dieſe Gebete erhört! Und die Flamme der Freiheit lodert höher und reiner, leuch⸗ tet hoffnungsglänzend jeden Tag heller auch in die deutſche Erde hinüber!

Rellſtab, Geſ. Schr. Neue F. II.