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Dein und mein Leben auf's Spiel ſetzen, aus müßiger Neugier? Wie kann ich Euch mauriſche Kleider geben? Wie kämen die in das Haus des Juden?“
„Alter, wenn Dir Dein Glück lieb iſt, ſo thue, was ich Dir ſage. Wir haben uns gerade deshalb Dein Haus erwählt, um von dem Gipfel ſeiner hohen Terraſſe die Flotte unſeres Heeres beobachten zu können. Müßige Neu⸗ gier! Seht doch! Was verſtehſt Du davon! Sogleich ſchaff' die Kleider herbei!“
Mit Seufzen und Widerſtreben holte Baruch aus ſei⸗ nem Vorrath zwei Kaftans und Turbans hervor, die Gia⸗ como ſogleich hinauf zum Oberſten trug. Augenblicklich wurden ſie übergeworfen, man ſetzte die Kopfbedeckung auf und ſtieg nun zu der Terraſſe des Hauſes hinauf. Dieſe war ſo hoch gelegen, daß man über die flachen Nachbar⸗ dächer weit hinwegſah. Nach der algieriſchen Sitte war ſie mit Blumen, beſonders mit hohen Orangenbäumen beſetzt, die gegen die brennende Mittagsſonne einigen Schutz ge⸗ währten und zugleich die lieblichſten Düfte aushauchten. Der Blick über die Stadt hin, auf deren faſt überall mit Blumen geſchmückten Dächern ſich allmälig eine große Zahl von Menſchen zu verſammeln begann, hatte etwas un⸗ gemein Reizendes. Die blendend weißen Häuſer ſtiegen an den grünen Anhöhen hinauf, bis zum Schloſſe der Caſauba. Das Auge ſchweifte weit über die Feſtungsmauern hinaus; man erkannte die aufgeworfenen Batterien der Franzoſen, überſah die Richtung der Laufgräben und auch einen Theil
des Lagers ganz deutlich. Südlich erblickte man die Trüm⸗ mer des ſoeben geſprengten Kaiſersſchloſſes, deſſen Mann⸗ ſchaft ſich zuvor nach Algier zurückgezogen hatte, und nörd⸗ lich konnte man das an der Küſte gelegene ſogenannte eng⸗ liſche Fort vollſtändig überſehen. Von dort an bis an den 4


