dort noch einige Zimmer folgten.„Habt Ihr ſonſt noch etwas zu befehlen?“
Der Oberſt antwortete:„Ich denke, wir werden Beide der Erquickung bedürfen ‚nicht wahr, mein Freund? Schafft uns eine Mahlzeit, gute Frau. Und wenn Ihr mir ein Bad zurichten könntet, ſo würde es mir ſehr lieb ſein. Was wir in Euerm Hauſe bedürfen, ſoll Euch redlich be⸗ zahlt werden, und ſeid Ihr treu, ſo dürft Ihr auch noch ſonſt auf meine Dankbarkeit zählen.“
Bei dieſen Worten hatte der Oberſt aus dem faltigen Aermel ſeines Gewandes unter der Achſel, wo man ſonſt eben kein Geld zu tragen pflegt, einen ziemlich ſchweren Beutel hervorgeholt, aus dem er eine Zechine nahm und ſie der Jüdin reichte.
„Für Eure Auslagen,“ ſprach er.„Aber noch Eins. Wäret Ihr wol im Stande, mir eine europäiſche Kleidung zu ſchaffen?“
Die Jüdin, welche bei dem Anblick des gefüllten Beu⸗
tels und dem Empfang der Zechine aus ihrer gutmüthigen
Freundlichkeit ſogleich in eine Art demuthsvoller Unterwür⸗ figkeit übergegangen war, ſprach ſogleich:
„O, Ihr gnädigſter Herr! Freilich, freilich. Was Ihr gebietet, ſoll geſchehen. Baruch, mein Herr, beſitzt einen großen Kleidervorrath, denn er kauft jegliche Beute, die die Korſaren hereinbringen, auch Kleider. Sogleich ſoll er Euch von ſeinem Vorrath bringen.“
„Das wird mir lieb ſein!“ entgegnete der Oberſt.
Die Jüdin ging.
„Hier iſt's ſo übel gar nicht,“ ſprach Giacomo fröhlich, als ſie fort war;„hier laß' ich mir's wohl gefallen. Auf⸗ richtig geſtanden, mein Herr Oberſt, ſo gut hab' ich's in meinem Leben noch nicht gehabt. Aber es wird ſich für mich
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